Freitag, 18. Oktober 2019

Short-Seller Vor diesen Finanzmanagern zittert Deutschlands Mittelstand

Deutscher Mittelstand und Finanzmanager haben etwas miteinander zu schaffen? Mit Hedgefonds gar? Oh ja. Denn deutsche Mittelständler agieren global und sind in ihrer Sparte oft wachsender Konkurrenz ausgesetzt. Und damit für manchen Investor ein gefundenes Fressen, der auf eine Veränderung in dieser Sparte setzt.

Welcher Investor bei welchem Unternehmen nun auf fallende Kurse setzt, wird manchmal durch eine kurze Pressemeldung bekannt. Doch viel einfacher ist ein Blick in den Bundesanzeiger. Dort wird, quasi amtlich, verkündet, wer an welchem Unternehmen eine Short-Position in welcher Höhe aufgebaut hat.

Auch den Zeitverzug in Rechnung stellend, der bei der Meldung bei der Behörde und der Eintragung entsteht, gewinnt man ein Bild von jenen Investoren, die auf "abwärts" setzen. Das Auswahlkriterium war die Anzahl der Nennungen eines Investors über den frei gewählten Zeitraum von 1. September bis zum 24. Oktober diesen Jahres. Herausgekommen ist damit eine Art Liste jener Investoren, die Unternehmenslenker auch des deutschen Mittelstands am meisten fürchten. Immerhin ist es auch für die eigene Kariere nicht gerade förderlich, wenn der Aktienkurs des anvertrauten Unternehmens sinkt, weil ein "shortie" aktiv geworden ist und gegen den Erfolg des Unternehmens wettet.

Um zu "shorten", müssen sie sich diese Investoren die entsprechenden Aktien zum Beispiel von einer Bank gegen eine Gebühr leihen - und die Papiere dann sofort verkaufen. Geht die Rechnung der Leerverkäufer auf und die Aktie verliert tatsächlich an Wert, können sie die Papiere später zum dann gesunkenen Kurs zurückkaufen und dem Verleiher zurückgeben.

Die Differenz zwischen ihrem Verkaufskurs und dem niedrigeren Rückkaufkurs ist ihr Gewinn. Ein Geschäft der Stille, wie auch die teilweise unbekannten Namen der Investoren zeigen.

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