Samstag, 21. September 2019

Von Braunschweig bis Zwickau - VW-Standorte in Not Diese Städte zittern um VW-Milliarden

8. Teil: Ingolstadt

Ingolstädter Rathausplatz: Müssen Großprojekte der Stadtentwicklung aufgeschoben werden?
Selbst Ingolstadt meldete am Donnerstag: Haushaltssperre! Ein Sprecher der oberbayerischen Stadt nannte das "ausschließlich eine Vorsichtsmaßnahme". Nur die laufenden Kosten der Verwaltung müssten gekürzt werden. In Ingolstadt sitzt Volkswagens große Gewinnmaschine Audi, die Region weist bundesweit die niedrigsten Arbeitslosenzahlen aus, die Stadt selbst wächst so schnell wie kaum eine andere.

Die Bedeutung des größten Arbeitgebers ist fast vergleichbar mit Wolfsburg. Mehr als 40.000 von 100.000 Beschäftigten in Ingolstadt arbeiten direkt für Audi. Der Oberklassehersteller bringt sich auch selbst mit Visionen für die Stadtentwicklung ein. Besonders teuer ist das Großprojekt der Bebauung der ehemaligen Kanonengießerei am Donauufer mit Hotel- und Kongresszentrum. Immerhin ein wichtiger Bau ist dort bereits fertig: die Audi-Akademie.

Oberbürgermeister Christian Lösel beruhigt noch, es seien "keine aktuellen Projekte gefährdet". Sein Kämmerer Albert Wittmann wurde im "Donaukurier" deutlicher. Die VW-Krise hinterlasse im Stadthaushalt kein "Schlagloch" sondern einen "Krater". Der Anschlag der Gewerbesteuereinnahmen für 2016 werde auf 68 Millionen Euro halbiert. 2014 bekam Ingolstadt noch knapp 200 Millionen Euro.

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