Montag, 16. September 2019

Von Braunschweig bis Zwickau - VW-Standorte in Not Diese Städte zittern um VW-Milliarden

2. Teil: Braunschweig

Altstadt von Braunschweig: Kaum Schulden, aber große Angst vor dem Effekt der Abgasaffäre

Das benachbarte Braunschweig war die zweite niedersächsische Großstadt, die am Mittwoch auf die VW-Krise reagierte. Oberbürgermeister Ulrich Markurth nannte es "klar, dass die Entwicklung bei VW gravierende Konsequenzen für unsere Gewerbesteuereinnahmen und damit für den städtischen Haushalt haben kann." Eine Sperre verhängte er nicht, aber die Beratungen für 2016 wurden verschoben.

Die Gewerbesteuer bemisst sich, grob gesagt, nach dem im Inland erzielten Gewinn des Unternehmens, gewichtet mit der am jeweiligen Standort gezahlten Lohnsumme und dem lokal geltenden Hebesatz. Wenn Volkswagen in Deutschland keinen Gewinn ausweist - und schon wegen der Rückstellung von 6,5 Milliarden Euro wird es eng, selbst wenn die Abgasaffäre keine weiteren Folgen hat - , fließt das Geld nicht an die Kommunen.

Braunschweig ist längst nicht so auf VW fixiert wie Wolfsburg. Im dortigen Komponentenwerk arbeiten knapp 7000 Menschen, das sind 5,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Dafür bekam die doppelt so große Stadt bisher aber auch weniger vom Gewerbesteuersegen ab. Trotz des höheren Hebesatzes (450 in Braunschweig, 360 in Wolfsburg) nahm sie 2014 mit 158 Millionen Euro nur halb so viel ein. Wenigstens zählt sie bislang ebenfalls noch zu den am geringsten verschuldeten Großstädten Deutschlands.

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