Samstag, 25. Januar 2020

Megadeal zur Zukunftssicherung Visa kauft Fintech-Start-up Plaid für 5,3 Milliarden Dollar

Mega-Deal: Visa kauft das Fintech Plaid für mehr als fünf Milliarden Dollar
Getty Images
Mega-Deal: Visa kauft das Fintech Plaid für mehr als fünf Milliarden Dollar

Der Kreditkarten-Gigant Visa übernimmt für 5,3 Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) das Finanztechnologie-Start-up Plaid. Eine entsprechende Vereinbarung gaben die Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss bekannt.

Plaid ist ein Technologieanbieter, der digitale Zahlungs-Apps wie Transferwise oder Paypals Venmo mit klassischen Bank- oder Kreditkartenkonten verknüpft. Das Unternehmen ermöglicht es Verbrauchern, mit Hilfe einer Programmier-Schnittstelle, ihre Finanzinformationen mit diversen Apps und Diensten zu teilen. So können sie beispielsweise Payment-Apps ermächtigen, Zahlungen über bestimmte Konten zu tätigen.

Eine Entwicklung, die von Kartenunternehmen mit Sorge beobachtet wird. Könnten Verbraucher doch so künftig die von Ihnen angebotene Kartenzahlung vermeiden und Rechnungen direkt über ihre Konten begleichen.

Lesen Sie auch: Deutsche Start-ups sammeln Rekordsumme von 6,2 Milliarden Euro ein

Seit seiner Gründung 2013 ist Plaid rasant gewachsen. Laut dem Unternehmen hat in den USA jeder vierte Inhaber eines US-Kontos bereits Plaid genutzt. Und die Nutzung von digitalen Zahlungsdiensten steigt rasant. Wie Visa weiter mitteilte, haben im vergangenen Jahr drei Viertel aller mit dem Internet verbundenen Verbraucher bereits Fintech-Anwendungen genutzt. 2015 lag der Wert demnach noch bei 18 Prozent.

Deal soll Visa ins "Epizentrum der Fintech-Welt" katapultieren

Entsprechend hoch sind die Hoffnungen, die Visa in Plaid setzt - und sich mit mehr als fünf Milliarden Dollar auch einiges kosten lässt. Noch 2018 lag die Bewertung des Start-ups, in das neben Visa auch Goldmans Sachs, Citi und American-Express über ihre Venture-Arme beteiligt sind und in das Investoren bislang mehr als 350 Millionen steckten, laut "Wall Street Journal" bei rund 2,65 Milliarden Dollar.

Visa selbst will mit dem Milliardeninvestment gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen sein bestehendes Kerngeschäft mit den neuen Fintech-Kompetenzen stärken, zum anderen neue Geschäftsbereiche erobern.

Entsprechend bejubelte Visa-Chef Al Kelly in der Pressemitteilung vom Montag die sich mit der Übernahme ergebenden Wachstumsaussichten. Der Zukauf befördere Visa ins "Epizentrum der Fintech-Welt", schrieb er - und erweitere den Markt für das Unternehmen und dessen langfristige Wachstumsaussichten.

mihec, dpa

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung