Mittwoch, 8. April 2020

EXKLUSIV Streit bei Villeroy & Boch Porzellanspezialist plant Übernahme von Ideal Standard

Der kriselnde Bad- und Porzellanspezialist Villeroy & Boch will mit dem Kauf des Konkurrenten den Umsatz nahezu verdoppeln. Allerdings gefährdet ein Streit innerhalb der Inhaberfamilie den Deal.

Der Bad- und Porzellanhersteller Villeroy & Boch arbeitet nach Informationen des manager magazins an einer Übernahme des Konkurrenten Ideal Standard. Der Deal würde den Umsatz des deutsch-französischen Familienunternehmens mit Sitz im saarländischen Mettlach nahezu verdoppeln. Doch ob Vorstandschef Frank Göring (58) nach zuletzt eher enttäuschenden Ergebnissen tatsächlich der erhoffte Coup gelingt, ist ungewiss. Hintergrund ist ein Streit in der weitverzweigten Familie. Villeroy & Boch bestätigte am Donnerstagmittag, dass das Unternehmen den Erwerb von Ideal Standard prüfe. Eine verbindliche Entscheidung sei aber noch nicht getroffen.

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Während vor allem einige Altgesellschafter für die Übernahme plädieren, scheuen Vertreter der jungen Generation das Risiko. Der in Luxemburg beheimatete Konkurrent ist mit rund 730 Millionen Euro Umsatz fast so groß wie Villeroy & Boch, verfügt über mehr Expertise bei Armaturen und betreibt die moderneren Werke. Allerdings ächzt das Unternehmen unter hohen Zinszahlungen an die Investoren. Haupteigner war zunächst Bain Capital Partners, seit März 2018 gehört Ideal Standard den Investoren Anchorage Capital und CVC Credit Partners. 2017 (jüngere Informationen sind nicht verfügbar) schrieb das Unternehmen auch operativ rote Zahlen, der Nettoverlust addierte sich auf 316 Millionen Euro. Ein Sprecher erklärte aber, dass man die Neustrukturierung abgeschlossen und 2019 einen operativen Gewinn von 85 Millionen Euro (Ebitda) erzielt habe.

Der Streit um die Übernahme hat unterdessen bereits erste Opfer bei Villeroy & Boch gekostet. Kurz vor Silvester hat Aufsichtsratschef Yves Elsen (61) sein Amt abgegeben und dabei sogar die in der Satzung vorgesehene zweimonatige Niederlegungsfrist ignoriert. Einen Tag später folgte mit Annette Köhler (53) das zweitwichtigste Mitglied des Aufsichtsrats, sie verlässt das Kontrollgremium Ende Februar. 2019 sank der Umsatz von Villeroy & Boch um 2,3 Prozent auf 833 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis fiel auf etwa 50 Millionen Euro.

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