Samstag, 25. Januar 2020

Nach Kurssturz Varta streicht Stellen im Haushalts-Geschäft, Aktie erholt sich

Varta: Stellenabbau im Haushaltsgeschäft, neue Jobs im Bereich Lithium-Ionen-Batterien
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Varta: Stellenabbau im Haushaltsgeschäft, neue Jobs im Bereich Lithium-Ionen-Batterien

Der Batteriehersteller streicht in der vor kurzem von Energizer zurückgekauften Verbraucher-Sparte bis Ende des Jahres 220 Stellen. Das sei die Folge der Konzentration auf das Haushaltsbatterien-Geschäft, die mit der Aufgabe von Dienstleistungen - etwa für Hausgeräte - für den ehemaligen Eigner Spectrum Brands verbunden sei, erklärte Varta.

Im Geschäft mit Lithium-Ionen-Batterien für kabellose Kopfhörer entstünden dagegen wegen der großen Nachfrage "in naher Zukunft" in Deutschland mehrere hundert neue Arbeitsplätze, die "soweit möglich" mit den vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitern besetzt werden sollten.

Aktie startet nach Kurssturz Erholungsversuch

Die Aktie von Varta Börsen-Chart zeigen setzte nach ihrem Kurssturz vom Vortag unterdessen zu einem Erholungsversuch und legte um rund 4 Prozent auf 96 Euro zu. Am Vortag war die Aktie um bis zu 25 Prozent abgestürzt: Der Batteriehersteller wehrt sich gegen angebliche Patentverletzungen durch chinesische Firmen.

"Im Dezember sind Geräte mit Batterien chinesischer Hersteller aufgetaucht, die Varta-Patente in mehreren Fällen verletzten", hatte Varta am Mittwoch erklärt. Das schwäbische Unternehmen habe sofort Abmahnungen verschickt und werde einstweilige Verfügungen erwirken, sollten die Firmen nicht umgehend reagieren. "Wir werden auf keinen Fall solch grobe Patentverletzungen akzeptieren."

Akku für kabellose Kopfhörer: Möglicher Apple-Zulieferer?

Vor allem das Geschäft mit Batterien für kabellose Kopfhörer brummt und hat Varta beflügelt. Doch nun droht Ungemach. Die Commerzbank-Analysten stuften die Papiere auf "Hold" von "Buy" herunter, bekräftigten aber ihr Kursziel von 135 Euro.

Anscheinend hätten Kopfhörer-Hersteller zuletzt auf chinesische Batterien zurückgegriffen, da Varta die hohe Nachfrage nicht habe bedienen können. Ob die neuen Batterielieferanten die Patente von Varta Börsen-Chart zeigen verletzten oder nicht, könne im Moment nicht beantwortet werden. Diese Unsicherheit sei nicht gut für die Aktie, deshalb stufe man sie zurück.

Lithium-Ionen-Knopfzellen von Varta sind in vielen kabellosen Kopfhörern verbaut

Varta erklärte am Mittwoch, die Nachfrage nach seinen Lithium-Ionen-Batterien sei ungebrochen sehr hoch. Das Unternehmen werde massiv in die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten investieren. Bis 2022 sollen nach früheren Angaben jährlich über 150 Millionen Zellen hergestellt werden, bereits in diesem Jahr soll die Produktion auf 100 Millionen Zellen steigen.

Noch im November und Dezember 2019 hatten stark laufende Geschäfte von Varta die Aktie von Hoch zu Hoch getrieben. Anfang Dezember erreichten sie ihre vorläufige Bestmarke von 128 Euro. Varta-Großaktionär Michael Tojner hatte Ende 2019 Kasse gemacht und seinen Anteil an Varta ein wenig reduziert.

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