Freitag, 18. Oktober 2019

Aktionärstreffen der Restaurantkette Laute Kritik und leise Hoffnung zur Vapiano-Hauptversammlung

Vapiano SE: Die Restaurantkette steckt tief in den roten Zahlen
Oliver Berg/DPA
Vapiano SE: Die Restaurantkette steckt tief in den roten Zahlen

Bei der angeschlagenen Restaurantkette Vapiano haben Aktionäre zur Hauptversammlung Kritik geäußert. Die Firma habe die Komplexität ihres Expansionskurses völlig unterschätzt, erklärte Frank Rothauge, Geschäftsführer der AHP Capital Management GmbH, die über einen Fonds an Vapiano beteiligt ist. "Es dauert nun mal, bis ein neues Restaurant sich vor Ort etabliert hat und profitabel wird."

Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte mit Blick auf den Aktien-Kursverfall, die hohen Verluste und ein geplatztes US-Geschäft: "Was bei Vapiano passiert ist, kann Anlegern nicht gefallen."

Unlängst wollten die schlechten Nachrichten nicht abreißen: Vergangene Woche platzte vorerst der Verkauf des US-Geschäfts, was 20 Millionen Dollar einbringen sollte. Am Sonntag dann schmiss Vorstandschef Cornelius Everke hin und trat überraschend zum Monatsende zurück - er hatte ein umfassendes Sanierungsprogramm in die Wege geleitet. Everkes Erscheinen bei der Hauptversammlung am Montag in Köln dürfte daher auch sein letzter großer Auftritt sein.

Ursprünglich wollte der Manager, der erst seit Dezember 2018 auf dem Posten ist, die Firma mit einem Sanierungsplan wieder auf Vordermann bringen. Er setzte darauf, die Expansion zu verlangsamen, defizitäre Läden zu schließen und die Speisekarte zu verschlanken. Derzeit hat Vapiano weltweit 234 Restaurants - seit Jahresbeginn kamen acht neue dazu, und fünf wurden aufgegeben.

Die hoch verschuldete Firma steckt tief in den roten Zahlen, erst nach zähem Ringen konnte sie sich im Juni einen dringend notwendigen Kredit von 30 Millionen Euro sichern. Grund für die schlechte Lage ist eine missratene Expansion, bei der viele neue Restaurants zu Verlustbringern wurden. 2018 hatte Vapiano einen Verlust von 101 Millionen Euro eingefahren bei 372 Millionen Euro Umsatz.

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Trotz der angespannten Situation äußerten Anleger auch zaghafte Hoffnung. "Die Schwierigkeiten sind überwindbar", sagte Fondsmanager Rothauge. "Sie rühren aus der zu hastigen Expansion und nicht aus einer fundamentalen Schwäche des Gesamtkonzeptes." Privataktionär Klaus Teitscheid sagte: "Vielleicht wird das hier irgendwann doch noch eine große Sache."

rei/dpa

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