Sonntag, 15. Dezember 2019

Ukraine-Konflikt US-Sanktionen legen Luxusjet von russischem Gasmagnaten lahm

Gulfstream G550 (l.): Der russische Gasmagnat Timtschenko besitzt ein ähnliches Flugzeug, das wegen der Sanktionen am Boden bleiben muss

Die US-Wirtschaftssanktionen treffen auch den Hauptaktionär des zweitgrößten russischen Gasförderers Novatek, Gennadi Timtschenko. Die Herstellerfirma seines Luxusjets, Gulfstream, verweigert die Wartung. Das 65 Millionen Dollar teure Flugzeug muss am Boden bleiben.

Moskau - Die von den USA im Ukraine-Konflikt gegen Russland verhängten Sanktionen zwingen einen der einflussreichsten russischen Industriebarone zum Wechsel seines Verkehrsmittels: Der Hauptaktionär des zweitgrößten russischen Gasförderers Novatek, Gennadi Timtschenko, sagte der Nachrichtenagentur Itar-Tass, er könne seinen Luxusjet nicht länger benutzen. Die Herstellerfirma Gulfstream verweigere die technische Wartung des Flugzeuges.

Timtschenko ist einer der reichsten Geschäftsleute Russlands und gilt als Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Er steht auf einer Sanktionsliste der US-Regierung. Gulfstream ist eine Tochter des US-Unternehmens General Dynamics.

"Die Sanktionen kommen in den seltsamsten Formen daher", sagte Timtschenko laut Agentur weiter. "Gulfstream darf weder die Lieferung weiterer Jets mit mir besprechen, noch die Wartung gegenwärtigen." Der Wirtschaftsboss besitzt laut Itar-Tass eine rund 65 Millionen Dollar teure Gulfstream G650.

Die USA hatten zuletzt ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland verschärft. Seither ist die Ausfuhr bestimmter Güter und Technologien im Energiesektor verboten, neben Privatpersonen sind weitere Banken und Rüstungsunternehmen von den Strafmaßnahmen betroffen. Russland drohte seinerseits mit höheren Gaspreisen.

ts/rtr

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