Medtronic vor Covidien-Übernahme Milliardenschwere Steuerspar-Fusion bahnt sich in der US-Medizintechnik an

Der US-Medizintechniker Medtronic könnte laut Insidern bis zu 50 Milliarden Dollar für den Konkurrenten Covidien bezahlen. Das Geschäft böte Medtronic vor allem steuerliche Vorteile.
Röntgenbild: Herzschrittmacher von Medtronic

Röntgenbild: Herzschrittmacher von Medtronic

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New York/Chicago - Die Medizintechnikbranche steuert informierten Personen zufolge auf eine Großfusion im Volumen von bis zu 50 Milliarden Dollar zu. So viel wolle der US-Konzern Medtronic für den Rivalen Covidien auf den Tisch legen, sagte eine mit dem Vorhaben vertraute Person.

Für den weltgrößten unabhängigen Hersteller von Herzschrittmachern, Herzklappen und Insulinpumpen ist der Rivale nicht zuletzt deshalb attraktiv, weil er seinen Sitz in Irland hat. Nach einem Zusammenschluss könnte Medtronic seine Zentrale auch in das für seine niedrigen Steuersätze bekannte Land verlagern. Dieses Ziel spielte zuletzt eine Rolle bei einer ganzen Reihe von Fusionen in der Branche, die den Sparkurs im Gesundheitssektor zu spüren bekommt.

Die Gespräche zwischen den beiden Unternehmen seien bereits weit fortgeschritten, sagte der Insider weiter. Ein Abschluss im Volumen von 45 bis 50 Milliarden Dollar könnte schon am Montag verkündet werden. Medtronic und Covidien wollten sich zu den Informationen, über die zuerst das "Wall Street Journal" berichtet hatte, nicht äußern.

Geschäft gilt unter Experten als sehr wahrscheinlich

Unter Experten gilt das Geschäft zwischen den beiden auch in Deutschland tätigen Konzernen als sehr wahrscheinlich, weil es sowohl finanziell als auch strategisch vorteilhaft sei. Schließlich sei Medtronic im Kerngeschäft von Covidien, der Produktion von Präzisionsinstrumenten für die Chirurgie, kaum vertreten, sagte Raj Denhoy, Analyst beim Investmenthaus Jefferies.

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Medtronic mit weltweit 45.000 Mitarbeitern ist im US-Bundesstaat Minnesota beheimatet und hat seinen Deutschland-Sitz in Meerbusch bei Düsseldorf. Bei Covidien arbeiten weltweit rund 41.000 Menschen, rund 850 davon in der Deutschland-Zentrale im bayerischen Neustadt. Medtronic ist am Markt mit rund 61 Milliarden Dollar bewertet, Covidien mit etwa 32 Milliarden Dollar.

Im April hatte der für seine künstlichen Hüft- und Kniegelenke bekannte US-Medizintechnik-Konzern Zimmer Holdings bekanntgegeben, für 13,35 Milliarden Dollar den Rivalen Biomet  erwerben zu wollen. Der Zukauf ist der jüngste einer ganzen Reihe solcher Vorhaben in der Gesundheitsbranche. Zuletzt war jedoch der US-Konzern Pfizer  mit seiner rund 120 Milliarden Dollar schweren Gebot für AstraZeneca  aus Großbritannien gescheitert. Auch hier hatten die Amerikaner zum Ziel, mit einer Verlagerung des Firmensitzes nach Europa Steuern zu sparen.

ts/rtr
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