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Investitionen: Welche Standorte CEOs 2014 favorisieren

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Investitionspläne CEOs setzen 2014 auf Brasilien

Großunternehmen halten einer Studie zufolge Brasilien für den attraktivsten Investitionsstandort unter den Wachstumsmärkten. Auch die Türkei und Polen schaffen es in die Top-Ränge. Für Russland, Afrika und Südosteuropa haben die Entscheider hingegen wenig übrig.
Von Kristian Klooß

Hamburg - Die Fußball-WM in Brasilien hat noch nicht einmal begonnen, da holt sich das Land schon den ersten Titel. Denn laut einer Umfrage der Personalberatung Pedersen & Partners unter 480 Vorstandschefs ist das Land am Zuckerhut der attraktivste Markt für internationale Investments in 2014. Damit verweist Brasilien Asiens Wachstumsmärkte China und Indien auf die Plätze.

In der Umfrage, die manager magazin online exklusiv vorliegt, wurden die Chefs von Großunternehmen - ein Drittel davon mit mehr als 5000 Mitarbeitern - nach ihren Investitionsplänen und Investitionsmotiven in 49 Schwellenmärkten befragt.

Ein Ergebnis: Die Schlüsselfaktoren, warum CEOs in diese Märkte investieren, sind Wachstum, höhere Gewinne und die Größe des Marktes. Subventionen und Steuervergünstigungen hingegen haben einen eher geringen Einfluss auf ihre Entscheidung. Korruption, Kriminalität und politische Instabilität indes sind die größten Barrieren für ausländische Direktinvestitionen.

Lateinamerika, Naher Osten und Asien auf dem Vormarsch

Global betrachtet werden Länder in Lateinamerika, dem Nahen Osten und Asien für Unternehmen attraktiver, während es für osteuropäische und afrikanische Länder weniger wahrscheinlich wird, das Ziel für ausländische Investitionen im kommenden Jahr zu werden. Aber auch in Regionen mit hoher Unsicherheit, Korruption und politischer Instabilität, wie Afrika, bieten einige Länder günstige Investitionsbedingungen. Während die politischen Turbulenzen die meisten internationalen Konzerne etwa aus Ägypten getrieben haben, planen viele Unternehmen Investitionen in Südafrika.

"Während das erwartete Wachstum Unternehmen in die Emerging Markets lockt, können sie Regierungen wieder hinaustreiben", sagt Poul Pedersen, Managing Partner bei Pedersen & Partners. "Laut unserer Umfrage sind stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen, die Abwesenheit von Korruption und Kriminalität sowie ein möglichst geringes Maß an Bürokratie viel wichtiger für Unternehmen als Steueranreize."

Deutsche Manager, die rund 15 Prozent der Befragten ausmachten, haben im Übrigen ähnlich wie der weltweite Schnitt geantwortet. "Besonderheiten, wie etwa eine stärkere Gewichtung von Ländern wie Polen oder der Türkei ergeben sich aus dem besonderen Verhältnis von Deutschland zu diesen Ländern", sagt Conrad Pramböck, Head of Compensation Consulting bei Pedersen & Partners und Projektleiter der Studie.

Mangel an strategischem Denken und Korruption

"Die größten Herausforderungen hinsichtlich des Managements westlicher Unternehmen in Emerging Markets sind Managementstil, Mangel an strategischem Denken und Korruption", sagt Pramböck. Viele Unternehmen berichteten, dass in den meisten Ländern zwar eine Reihe gut ausgebildeter Menschen mit technischen Fähigkeiten und Englischkenntnissen verfügbar seien. "Allerdings ist es sehr viel schwieriger, unternehmerisch denkende und integre Manager mit hoher Eigenverantwortung und Verständnis der westlichen Unternehmenskultur zu finden."

Die geringeren Kosten der Arbeit könnten das Ausmaß ausländischer Direktinvestitionen nur zu einem gewissen Grad erklären. Die meisten Arbeiter und Angestellten in Emerging Markets verdienten immer noch 50 bis 80 Prozent weniger als vergleichbare Kollegen in westlichen Ländern. "Auf der anderen Seite hat die Vergütung für die bestbezahlten Führungskräfte in Brasilien, China, Indien und Russland bereits westliches Niveau erreicht", sagt Gehaltsexperte Conrad Pramböck.

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