Samstag, 18. Januar 2020

Schlichtung vorerst gescheitert Ufo droht mit neuen Streiks bei der Lufthansa

Streik der Flugbegleiter am Flughafen München: Durch die Arbeitsniederlegungen fielen schon mehr als tausend Flüge aus, etwa 200.000 Passagiere waren davon betroffen
Matthias Balk / DPA
Streik der Flugbegleiter am Flughafen München: Durch die Arbeitsniederlegungen fielen schon mehr als tausend Flüge aus, etwa 200.000 Passagiere waren davon betroffen

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo droht im festgefahrenen Tarifstreit mit der Deutschen Lufthansa Börsen-Chart zeigen mit weiteren Streiks bei der Airline. Kurzfristige Aufrufe zum Arbeitskampf seien jederzeit möglich, teilte die Gewerkschaft am Sonntagabend in Frankfurt mit.

Der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr sagte, es sei ein Versuch unternommen worden, einen glaubwürdigen und vor allem rechtssicheren Lösungsweg zu finden mithilfe der designierten Schlichter. "Das hat nicht geklappt", sagte Flohr. "Wir sind gescheitert mit diesem Versuch." Gründe nannte er nicht. Die Arbeitskämpfe gingen daher weiter, sagte Flohr. Ufo werde zu weiteren Streiks aufrufen. Die Weihnachtsfeiertage seien davon aber ausgenommen: "Aber ab jetzt ist es jederzeit möglich, dass wir verkünden, wann gestreikt wird." Für den 23. Dezember wollte die Gewerkschaft eine Arbeitsniederlegung nicht ausschließen.

Die Lufthansa teilte mit, dass seitens der Schlichter ein weiterer Gesprächstermin für Anfang Januar vorgeschlagen worden sei. "Lufthansa hat weiterhin die Erwartung, dass es zu guten Lösungen für die 22.000 Kabinenmitarbeiter kommen kann, was die Schlichtungsthemen angeht," hieß es in einer Mitteilung der Airline.

Platzeck und Weise haben am Wochenende versucht, zu schlichten

Die Gewerkschaft und Lufthansa hatten am Wochenende unter Vermittlung von zwei Schlichtern verhandelt. Schlichter sind der ehemalige SPD-Chef Matthias Platzeck für die Gewerkschaft und Frank-Jürgen Weise, der frühere Chef der Arbeitsagentur, für die Lufthansa. Zu den Inhalten der jüngsten Gespräche wurde Stillschweigen vereinbart.

Beide Seiten hatten vor dem Treffen betont, eine möglichst umfassende Einigung mit einer Vielzahl tariflicher Themen anzustreben. Formal befinde man sich in der sogenannten kleinen Schlichtung, die laut dem Tarifvertrag zur Konfliktbeilegung ausgelöst worden sei, hieß es zuletzt im Unternehmen. Hier geht es zunächst nur um die von Ufo aufgestellten und bereits bestreikten Forderungen. Lufthansa wie Ufo hatten aber erklärt, weitere Probleme in einer "großen Schlichtung" lösen zu wollen.

Ufo und Lufthansa hatten sich einen heftigen Streit über die Tariffähigkeit der Gewerkschaft geliefert - auch vor Gericht. In dem Konflikt ist es bereits zu Streiks gekommen. Dabei waren mehr als tausend Flüge mit etwa 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

mg/rtr, dpa-afx

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