Milliardenübernahme KKR macht sich unabhängiger vom PE-Geschäft

KKR verringert seine Abhängigkeit vom traditionellen Geschäft mit Firmenübernahmen und übernimmt einen Spezialfinanzierer. Das klassische Heuschrecken-Geschäft soll künftig weniger als die Hälfte der Bilanz ausmachen.
Strategieschwenk: KKR will künftig mit Spezialfinanzierungen wieder besser verdienen

Strategieschwenk: KKR will künftig mit Spezialfinanzierungen wieder besser verdienen

Foto: DPA

New York - KKR  übernimmt für 2,6 Milliarden Dollar per Aktientausch die an der Börse notierte Spezialfinanzierungs-Sparte KFN komplett. KFN investiert primär in Unternehmensanleihen und andere Bonds. Nach dem Deal machen klassische Firmenübernahmen nur noch 44 Prozent der KKR-Bilanz aus, vorher waren es knapp 70 Prozent. Seit der Finanzkrise sind die Renditen im traditionellen Private-Equity-Geschäft geschmolzen. Daher drängen viele Finanzinvestoren auch auf andere Felder.

Für die KKR-Aktionäre hat die Übernahme noch einen anderen positiven Effekt: Die Gewinne sollen steigen und damit auch die Dividenden, wie KKR am Montagabend ankündigte. Denn bisher bekam der Finanzinvestor nur Gebühren für die Verwaltung der KFN-Gelder, künftig stehen der Beteiligungfirma alle Einnahmen voll und ganz zu.

Die zusätzlichen Profite sollen komplett an die KKR-Aktionäre ausgeschüttet werden. Den KFN-Aktionären zahlt KKR einen Aufschlag von 35 Prozent auf den Schlusskurs von Montag. Die KFN-Eigner müssen der Transaktion noch zustimmen. Sie sollen nach dem Aktientausch 13 Prozent an KKR besitzen.

mihec/rtr
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