Dividende soll steigen US-Steuerreform drückt Gewinn der UBS

UBS in Zürich: Acht Prozent mehr Dividende als im Vorjahr

UBS in Zürich: Acht Prozent mehr Dividende als im Vorjahr

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Die UBS  hat im vergangenen Jahr wegen eines Sondereffekts durch die US-Steuerreform weniger verdient. Unter dem Strich brach der Gewinn auf 1,2 von 3,2 Milliarden Franken im Jahr ein. Zudem senkte die Schweizer Großbank am Montag ihre längerfristigen Ertragsziele leicht.

Allerdings will die UBS ihre Aktionäre über stetig steigenden Dividenden und Aktienrückkäufe an ihren Gewinnen beteiligen: In den kommenden drei Jahren soll die Dividende im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Zudem will die UBS eigene Aktien für bis zu zwei Milliarden Franken zurückkaufen. Für das vergangene Jahr sollen die Eigentümer eine 8 Prozent höhere Dividende von 65 Rappen erhalten.

"Größere regulatorische Klarheit"

Die Analysten von Baader Helvea äußerten sich positiv: "Wir denken, das ist der lang erwartete Beginn der ultimativen Kapitalverzinsungs-Story der UBS unter den größeren Banken", erklärten sie. Viele Anleger setzen auf die UBS, weil sie sich stetig steigende Erträge erhoffen. Doch wegen der lange unklaren neuen Kapitalvorschriften (Basel 3) und laufender Rechtsstreitigkeiten wollte sich die Bank nicht auf eine konkrete Dividendenprognose festlegen. Nun sind zumindest die künftigen Kapitalstandards definiert: Die UBS rechnet damit, dass sie in den kommenden drei Jahren hartes Kernkapital von rund vier Milliarden aufbauen muss.

"Dank der größeren regulatorischen Klarheit können wir ein neues Kapitel aufschlagen", sagte Bankchef Sergio Ermotti.

Die UBS-Aktie  gab dennoch um rund 3 Prozent nach - einige Anleger hatten für das vergangene Jahr höhere Erträge erwartet.

Die UBS verwaltet Vermögen von weltweit mehr als zwei Billionen Franken. Das Geschäft in den USA hat die Bank bislang getrennt vom Rest des Vermögensverwaltungsgeschäfts geführt. Diese Trennung fällt Anfang Februar weg und UBS legt die beiden Divisionen, die bereits eng zusammengearbeitet haben, komplett zusammen - unter anderem um Kosten zu sparen.

Knapp 3 Milliarden Franken Abschreibungen wegen US-Steuerreform

Grund für den Gewinnrückgang auf Konzernebene im Gesamtjahr (v.A. im vierten Quartal) waren Abschreibungen durch die US-Steuerreform. (ca. 2,9 Milliarden) Die UBS hat wie viele andere Institute während der Finanzkrise Verluste erlitten, die sie über Jahre geltend machen konnte, um ihre Steuerlast zu drücken. Da durch die Steuerreform in den USA die Körperschaftssteuer sinkt, fällt auch der Wert dieser Verlustvorträge. Auch die Deutsche Bank , die am 2. Februar ihre Zahlen vorlegt, dürfte das zu spüren bekommen.

Während es sich dabei um eine Einmaleffekt handelt, senkte die Bank ihre Erwartungen für die kommenden drei Jahre: Sie erwartet für 2018 bis 2020 nun eine bereinigte Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent und eine Kosten-Ertrags-Quote von weniger als 75 Prozent. Zuvor hatte die UBS längerfristig eine Eigenkapitalrendite von mehr als 15 Prozent und ein Aufwands-Ertrags-Verhältnis von 60 bis 70 Prozent angepeilt. Je niedriger dieses ist, umso effizienter arbeitet ein Institut.

In der Vermögensverwaltung erwartet die UBS nun ein Wachstum der Nettoneugelder von zwei bis vier Prozent. Die Dividende soll trotz des Gewinneinbruchs um acht Prozent auf 0,65 Franken erhöht werden. Zudem will die UBS eigene Aktien im Wert von bis zu 2 Milliarden Euro zurückkaufen. Für viele Anleger dürften das gute Nachrichten sein: Sie setzen auf die UBS, weil sie sich stetig steigende Erträge erhoffen. Doch wegen der lange unklaren neuen Kapitalvorschriften (Basel 3) und laufender Rechtsstreitigkeiten wollte sich die Bank nicht auf eine konkrete Dividendenprognose festlegen. Nun sind zumindest die künftigen Kapitalstandards definiert.

Leo(reuters/dpa
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