Mittwoch, 27. Mai 2020

Sicherheitsbericht des Fahrdienstes Uber meldet 3045 sexuelle Übergriffe für 2018

Logo der Uber-App
Oliver Berg/DPA
Logo der Uber-App

Dem Fahrdienstvermittler Uber sind in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr 3045 Fälle sexueller Gewalt von Fahrgästen, Fahrern oder Dritten gemeldet worden. Darunter seien 235 Vergewaltigungen, heißt es in dem am Donnerstag von dem Unternehmen veröffentlichten Sicherheitsbericht. 2018 habe es insgesamt 1,3 Milliarden Uber-Fahrten in den USA gegeben.

Es ist das erste Mal, dass Uber entsprechende Zahlen veröffentlicht, der Bericht war mit Spannung erwartet worden. 2017 seien insgesamt eine Milliarde Fahrten in den USA vermittelt worden: Dabei wurden dem Bericht zufolge insgesamt 2936 Fälle sexueller Gewalt gemeldet, darunter 229 Vergewaltigungen.

In den fünf schwerwiegendsten Kategorien von sexuellen Übergriffen - dazu zählen neben Vergewaltigungen beispielsweise unerlaubte Berührungen oder Küsse - habe es von 2017 auf 2018 einen Rückgang von 16 Prozent gegeben, teilte Uber mit. Dabei seien die Risiken für die Fahrgäste genauso groß wie für die Fahrer.

Uber meldete zudem zehn tödliche Angriffe im Jahr 2017 und neun weitere im Jahr 2018. Acht Todesopfer waren demnach Fahrgäste, sieben waren Fahrer und vier waren Zuschauer oder nicht direkt Beteiligte.

Dem Unternehmen zufolge wurden 99,9 Prozent der insgesamt 2,3 Milliarden vermittelten Fahrten in den USA in den Jahren 2017 und 2018 ohne Sicherheitsvorfälle beendet. "Ich vermute, dass viele Leute überrascht sein werden, wie selten diese Vorfälle sind", sagte Uber-Chef Dara Khosrowshahi. "Andere werden verständlicherweise denken, dass sie immer noch zu verbreitet sind."

Uber und sein größter Konkurrent in den USA, Lyft, stehen zunehmend unter Druck. Am Mittwoch reichten 20 Frauen in San Francisco Klage gegen Lyft ein, die in von dem Unternehmen vermittelten Fahrzeugen vergewaltigt oder sexuell attackiert wurden. 14 ähnliche Klagen waren bereits im September eingereicht worden.

aar/AFP/Reuters

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung