Freitag, 19. Juli 2019

Trump spaltet US-Unternehmer Kalanick gibt Trump einen Korb, Musk bleibt ihm treu

Elon Musk wird zwar von Tesla-Kunden angefeindet, sucht aber weiter die Nähe des US-Präsidenten Donald Trump

Uber-Chef Travis Kalanick hat seinen Posten im Wirtschaftsrat des US-Präsidenten Donald Trump abgegeben. Tesla-Chef Elon Musk hingegen begründet wortreich, warum er weiter die Nähe des Präsidenten sucht.

Chefs von US-Wirtschaftsunternehmen pflegen eher einen pragmatischen Umgang mit der Macht. Nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl haben viele von ihnen ihre Warnungen aus dem Wahlkampf zurückgestellt. Einige sind zu ersten Beratungen mit dem US-Präsidenten nach New York geeilt, und einige wenige, darunter Uber-Chef Travis Kalanick und Tesla-Chef Elon Musk, hat Trump sogar in eine Art Wirtschafts-Beraterstab berufen.

Nun hat Kalanick seinen Posten im Beraterstab wieder aufgegeben, während Musk via Twitter wortreich begründet, warum er in bei der Initiative bleibt und zu dem heute angesetzten bei mit US-Präsident Donald Trump gehen wird.

Der Uber-Chef Kalanick habe seinen Mitarbeitern mitgeteilt, dass er Trumps "Advisory Concil" wieder verlasse, berichtete die Washington Post am Donnerstag. "Der Gruppe anzugehören sollte nicht bedeuten, Unterstützer des Präsidenten oder seiner Agenda zu sein", schrieb Kalanick in einer E-Mail an seine Belegschaft. "Aber unglücklicherweise sei es genau als das missverstanden worden.

Travis Kalanick verabschiedet sich aus Trumps Beraterkreis

Kalanick sah sich in den vergangenen Tagen harscher Kritik ausgesetzt, weil er mit Trump zusammenarbeiten und an dem für Freitag geplanten Treffen des Gremiums teilnehmen wollte. Bei Uber arbeiten zahlreiche Einwanderer als Fahrer. Sie und viele Gegner Trumps protestieren gegen dessen Erlass für ein vorübergehendes Einreise-Verbot für Bürger aus sieben muslimischen Ländern und geplante Visa-Beschränkungen für ausländische Beschäftigte.

Der Erlass habe viele Menschen in den Gemeinden in ganz Amerika verletzt, schrieb Kalanick an die Beschäftigten. "Familien werden getrennt, Menschen stranden im Ausland, und die Sorge wächst, dass die USA nicht länger ein Ort sind, an dem Einwanderer willkommen sind."

Kalanick unter Druck: Uber-Kunden rufen offenbar zum Protest auf

Hintergrund für Kalanicks Rückzug sind offenbar wachsende Proteste von Uber-Kunden, die dazu aufgerufen hatten, Uber zu boykottieren. Der Druck auf Kalanick wurde noch verschärft, weil Taxi-Fahrer in New York aus Protest gegen Trumps Einreisestopp für Bürger aus neun muslimischen Ländern einen Taxi-Streik organisiert hatten. Uber-Fahrer wurden als Streikbrecher wahrgenommen - zumal Kalanick seit der Berufung in den Beraterstab eine Nähe zum Präsidenten attestiert wurde.

Dieses Risiko, auch politisch als "Trump-Guy" zu gelten, wollte Kalanick dann offenbar doch nicht auf sich nehmen. Es ist der erste Rücktritt eines namhaften US-Wirtschaftslenkers aus Trumps Beraterkreis. Einen Kommentar aus der Trump-Administration gab es zunächst nicht.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung