Sonntag, 18. August 2019

Trump spaltet US-Unternehmer Kalanick gibt Trump einen Korb, Musk bleibt ihm treu

Elon Musk wird zwar von Tesla-Kunden angefeindet, sucht aber weiter die Nähe des US-Präsidenten Donald Trump

2. Teil: Elon Musk erklärt, warum er weiter die Nähe des Präsidenten sucht

Der Entschluss des Uber-Chefs könnte nun den Druck auf anderer Firmenchefs erhöhen, die Trump zum regelmäßigen Austausch über Wirtschaftsfragen eingeladen hat. Regierungskreisen zufolge sollten an dem Treffen am Freitag neben Kalanick auch die Chefs von General Motors Börsen-Chart zeigen, IBM Börsen-Chart zeigen, Walt Disney Börsen-Chart zeigen, JPMorgan Chase, Blackstone. General Motors erklärte, sein Chef werde an dem Treffen am Freitag teilnehmen. Walt Disney Börsen-Chart zeigen sagte dagegen wegen eines seit langem geplanten Board-Treffens ab.

Tesla-Chef Elon Musk, dessen Nähe zu Donald Trump so manchen Beobachter irritiert - schließlich will er Elektroautos und Solaranlagen zum Durchbruch verhelfen und Trump setzt auf alte Industrien - bekräftigte hingegen seinen Entschluss, dass er zu dem Treffen gehe. Zugleich verteidigte er via Twitter sein Engagement für dieses Gremium.

Er wolle seine und die Einwände anderer Unternehmen gegen das Einreise-Verbot zum Ausdruck zu bringen, gab er zu Protokoll. Dabei sah sich auch Musk ähnlich wie Kalanick im Vorfeld des heutigen Treffens Kritik und zuletzt sogar Drohungen von Kunden ausgesetzt, sie würden die Bestellung ihres Model 3 stornieren.

Gleichzeitig verteidigte Musk seine Tätigkeit für das Berater-Gremium: Seine Teilnahme an dem Treffen bedeute eben nicht, dass er die Politik Trumps vollumfänglich unterstütze. Er wolle vielmehr für seine Ziele - die Welt nämlich in ein Zeitalter erneuerbarer Energien zu führen - werben und Verständnis dafür schaffen.

Riss zwischen Technologie-Konzernen und Regierung

Kalanicks Absage weist auf einen wachsenden Riss zwischen den Technologiekonzernen und der neuen Regierung in Washington hin. Zu den schärfsten Kritikern von Trumps Einreise-Anordnung zählen Apple, Amazon und Netflix, deren Chefs aber nicht dem Diskussionsforum des Präsidenten angehören. Sie argumentieren, sie seien auf Mitarbeiter aus der ganzen Welt angewiesen, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Berichten zufolge bereiten sie für Trump eine Protestnote als offenen Brief vor.

Microsoft Börsen-Chart zeigen teilte mit, man habe Trump ein Programm vorgeschlagen, das die Einreisebeschränkungen abmildern würde. Danach sollten Menschen aus den sieben betroffenen Staaten in die USA aus geschäftlichen oder dringenden familiären Gründen reisen dürfen, wenn sie eine Arbeit oder ein Studentenvisum besitzen und keine Verbrechen begangen haben. Microsoft ist das erste größere US-Unternehmen, das die Regierung drängt, durch ein formelles Programm das Einreiseverbot zu lockern.

Facebook könnte durch Änderungen an den Visa-Bestimmungen des sogenannten H-1B-Programms am stärksten betroffen sein. Mehr als 15 Prozent der US-Beschäftigten des Netzwerks haben im vergangenen Jahr ein derartiges, befristetes Arbeitsvisum benutzt. Sollte Trump seine Drohung wahrmachen und schärfere Bestimmungen durchsetzen, könnte Facebook Probleme bekommen. Kritiker des H-1B-Programms werden Unternehmen vor, damit hoch qualifizierte US-Bürger durch billigere Arbeitskräfte aus dem Ausland zu ersetzen.

la/rei

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