Montag, 21. Oktober 2019

"Aktion Sorgenfreie Buchungen" Tui buhlt um Kunden von Thomas Cook

Tui buhlt um Kunden der insolventen Thomas Cook Deutschland und ihrer Töchter. Der Vorstoß dürfte die Rettung von Thoams Cook hierzulande wohl erschweren
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Tui buhlt um Kunden der insolventen Thomas Cook Deutschland und ihrer Töchter. Der Vorstoß dürfte die Rettung von Thoams Cook hierzulande wohl erschweren

Die insolvente Thomas Cook kämpft ums Überleben, die Tochter des ebenfalls insolventen britischen Mutterkonzerns hatte erst am Mittwoch alle Reisen bis zum Ende des Jahres abgesagt, weil man deren Durchführung nicht garantieren könne.

Aus dieser Misere will Tui jetzt Kapital schlagen und dem darniederliegenden Wettbewerber Kunden und Geschäftspartner in Deutschland ausspannen. Tui werde sein Angebot in der Türkei, Griechenland, auf den Balearischen und Kanarischen Inseln kräftig ausbauen, teilte der weltgrößte Touristikkonzern am Donnerstag mit.

"In Summe erwarten wir rund eine halbe Million zusätzlicher Kunden", erklärte Tui-Deutschlandchef Marek Andryszak. Wenige Tage nach der Insolvenz von Thomas Cook habe der Tui-Vorstand die Tourismusminister wichtiger Urlaubsländer getroffen.

Tui singt weiter das Hohelied auf die Pauschalreise

Den Urlaubern, deren Reisen bis Ende des Jahres nach der jüngsten Ankündigung von Thomas Cook ausfallen, bietet Tui mit der "Aktion Sorgenfreie Buchungen" bis 20. Oktober Reisen ohne Anzahlung an. Die Aktion sei schon am ersten Tag sehr erfolgreich verlaufen. Andryszak trat dem Abgesang einiger Experten auf die Pauschalreise als Folge der Pleite von Thomas Cook entgegen: "Pauschalreisen sind nach wie vor die sicherste und bequemste Art zu reisen."


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Auch mit vielen Thomas-Cook-Reisebüros sei der Konzern schon im Gespräch über Partnerschaften. "Wir können uns eine dreistellige Anzahl neuer Partner in unseren unterschiedlichen Vertriebskonzepten vorstellen und bieten mit unserem Franchisekonzept neue Zukunftsperspektiven", sagte Andryszak. Erst am Mittwoch hatte die britische Regierung erklärt, dass die britische Reisebürokette Hays Travel 555 Reisebüros von Thomas Cook in Großbritannien und auch große Teile des Personals der Büros übernehmen werde.

Tui-Vorstoß dürfte die Rettung von Thomas Cook erschweren

Der Vorstoß von Tui dürfte die Rettung von Thomas Cook in Deutschland erschweren. Der zweitgrößte Reiseveranstalter musste kurze Zeit nach der Pleite seines britischen Mutterkonzerns Thomas Cook ebenfalls Insolvenz anmelden, ist aber auf der Suche nach Investoren, um weiterzumachen.

Zu Thomas Cook Deutschland gehören unter anderem Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen. Viele Kunden von Thomas Cook, deren Reise nun nicht stattfindet, dürften ihre Anzahlungen verlieren, weil die Versicherungssumme von 110 Millionen Euro zur Entschädigung nach Aussage des Versicherers Zurich nicht ausreichen wird.

rei/Reuters/dpa

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