Spartenverkauf steigert Profit des Reisekonzerns Türkei-Krise? Tui schreibt Milliardengewinn

Tui-Chef Joussen: "Unsere Strategie ist zukunftsfest"

Tui-Chef Joussen: "Unsere Strategie ist zukunftsfest"

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Der lukrative Verkauf seiner Tochter Hotelbeds hat dem weltgrößten Reisekonzern Tui im Jahr der Türkei-Krise einen kräftigen Gewinnsprung verschafft. Unter dem Strich stand im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende September ein Gewinn von 1,04 Milliarden Euro und damit gut dreimal so viel wie ein Jahr zuvor, wie Tui am Donnerstag in Hannover mitteilte.

Auch das laufende Geschäft mit dem Urlaub warf trotz des Buchungseinbruchs bei Türkei-Reisen und des Wirbels nach dem Brexit-Votum mehr ab. Die Aktionäre sollen mit einer von 56 auf 63 Cent je Aktie erhöhten Dividende an dem Erfolg teilhaben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr musste Tui  im fortgeführten Geschäft infolge des Einbruchs des britischen Pfunds einen Umsatzrückgang um 2 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro hinnehmen. Der bereinigte operative Gewinn stieg dennoch um 5 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro, wobei Tui neben dem verkauften Bettengroßhändler Hotelbeds auch die zum Verkauf stehende Spezialreise-Sparte Travelopia herausgerechnet hat. Zudem steht die Airline Tuifly vor einem Zusammenschluss mit Teilen von Air Berlin . Ohne Wechselkursschwankungen hätte das operative Gewinnplus 14,5 Prozent betragen.

Für das neue Geschäftsjahr plant Vorstandschef Fritz Joussen, das operative Ergebnis um mindestens 10 Prozent zu steigern. Der jahrelang darbende und auf eine reine Holding reduzierte Tui-Konzern fusionierte vor zwei Jahren mit dem britischen Ableger Tui Travel. Die Aktie wird seitdem in London gehandelt.

"Unsere Strategie erweist sich als robust und zukunftsfest", kann Joussen mit den guten Zahlen im Rücken verkünden. Am Geschäftsmodell in der von digitalen Herausforderern wie Airbnb umgewälzten Branche bestehen jedoch weiterhin Zweifel.

ak/dpa