Sonntag, 19. Mai 2019

Auch Boeing-Flugverbot belastet Tui warnt vor drastischem Gewinneinbruch

Boeing 737-Max-Flugzeuge von Tui fly stehen am Boden: Dafür muss der Konzern ersatzweise für teures Geld andere Flugzeuge leasen, was die Kosten und damit die Bilanz belastet

Nach einem schlechteren ersten Halbjahr kämpft der Tourismuskonzern Tui nicht nur gegen rückläufige Buchungen, sondern ist auch durch das Flugverbot für die Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max belastet. Der Jahresgewinn soll bis zu 25 Prozent niedriger ausfallen.

Das Startverbot für Boeings neue Mittelstreckenjets droht dem weltgrößten Reisekonzern Tui den Gewinn so stark zu verhageln wie befürchtet. Wenn bis Ende Mai nicht hinreichend sicher sei, dass die Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max wieder abheben können, werde Tui Ersatzmaßnahmen wie Leasingverträge für andere Jets für den Rest des Sommers vollständig verlängern müssen, teilte der Konzern bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Mittwoch mit.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Tui-Chef Fritz Joussen beim operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) mit einem Einbruch um bis zu 26 Prozent.

Im vergangenen Geschäftshalbjahr bis Ende März trieb das Flugverbot für die Boeing-Maschinen den Tui-Konzern bereits tiefer in die roten Zahlen. Als belastend nannte der Vorstand auch Überkapazitäten in Spanien und dadurch niedrigere Margen. Zudem fällt das umsatzstarke Ostergeschäft ins dritte Quartal:

Buchungen für den Sommer schwächer als im Vorjahr

So stieg der saisontypische Nettoverlust um mehr als ein Fünftel auf 341 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um knapp 2 Prozent auf fast 6,7 Milliarden Euro stieg.

Angesichts der jüngsten Pleiten und Übernahmen im Luftfahrtgeschäft sieht Joussen den Konzern aber gut gerüstet: "Aus der derzeitigen Konsolidierung der Branche in Europa wird Tui stärker, effizienter und profitabler hervorgehen."

Das Geschäft für den Sommer läuft allerdings nicht so gut an. Die Buchungen lägen 3 Prozent niedriger als im Vorjahr, die Preise ein Prozent höher, hieß es. Zugleich seien die Gewinnspannen für den Veranstalter geringer als noch 2018.

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rei/dpa

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