Samstag, 18. Januar 2020

Ergebnis um knapp 50 Prozent eingebrochen Boeing-Flugverbot zerfleddert Tui-Gewinn

Tui-Flieger von Boeing: Das weltweite Flugverbot für die Boeing 737 Max nagt an den Gewinnen des weltgrößten Reisekonzerns

Das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max hat dem weltgrößten Reisekonzern Tui Börsen-Chart zeigen den Jahresgewinn kräftig verhagelt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende September brach der auf die Aktionäre entfallende Überschuss um rund 43 Prozent auf 416 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebita) sackte um 22 Prozent auf 893 Millionen Euro nach unten. Jetzt sollen sich auch die Aktionäre mit einer auf 54 Cent gekappten Dividende begnügen. Das sind 18 Cent weniger als ein Jahr zuvor.

Für das neue Geschäftsjahr 2019/2020 richtet sich Tui-Chef Friedrich Joussen auf noch höhere Belastungen infolge des Desasters um die Boeing-Jets ein. So plant der Konzern Kosten von 130 Millionen Euro für den Fall ein, dass die Maschinen des Typs bis Ende April wieder abheben dürfen. Dann soll der operative Gewinn, den Tui ab sofort am bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) bemisst, etwa 950 Millionen bis 1,05 Milliarden Euro erreichen.

Sollte das Flugverbot für die Boeing-Maschinen über die kommende Sommersaison anhalten, erwartet er zusätzliche Kosten von 220 bis 270 Millionen Euro. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten die Aufwendungen für gemietete Ersatzjets mit einem höheren Treibstoffverbrauch Tui 293 Millionen Euro gekostet.

Für die kommenden Jahre ändert das Unternehmen zudem seine Dividendenpolitik, die voraussichtlich "zu geringeren Ausschüttungen" führt, wie das Management einräumte. Ab dem laufenden Geschäftsjahr (bis Ende September 2020) will Tui nun 30 bis 40 Prozent des um Sondereffekte bereinigten Nettogewinns an die Anteilseigner ausschütten. Allerdings zieht Tui eine Untergrenze ein. So soll die Dividende nie unter 35 Cent je Aktie fallen. Bisher hatte sich der Konzern bei der Ausschüttung am bereinigten operativen Gewinns (Ebita) orientiert.

mg/dpa-afx

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