Schierlingsfenchel stoppt Elbvertiefung - und jetzt das Monarchfalter bringt Trumps Mauer zu Mexiko ins Wanken

Der seltene Schierlingsfenchel hat die geplante Elbvertiefung in Hamburg vorerst gestoppt. Jetzt hoffen auch Umweltschützer und Menschenrechtler in den USA und in Mexiko auf einen Baustopp nach deutschem Vorbild: Donald Trumps Mauerbau zu Mexiko könnte den Monarchfalter gefährden.
Monarchfalter: Kann dieser Schmetterling Trumps Mauerbau stoppen?

Monarchfalter: Kann dieser Schmetterling Trumps Mauerbau stoppen?

Foto: imago/All Canada Photos

Mit seinen Plänen zum Mauerbau an der Grenze zu Mexiko könnte US-Präsident Donald Trump nicht nur einer Reihe von Menschen schaden, sondern auch dem Monarchfalter. Nach Einschätzung der mexikanischen Behörden könnte ein Grenzwall die Schmetterlinge empfindlich stören, wenn sie sich von Kanada aus über die USA auf den Weg nach Mexiko machen. Jedes Jahr ziehen Millionen der orange-schwarzen Insekten zum Überwintern dorthin.

Die Populationen der Monarchfalter sind ohnehin durch Waldrodung, den Klimawandel und damit verbundenes extremes Wetter bedroht. Nun könnten sie beim Flug nach Mexiko durch die geplanten Grenzanlagen ihre natürliche Orientierung verlieren, wie der für die Naturschutzgebiete des Landes zuständige Regierungsvertreter Alejandro del Mazo ausführte.

Die Zerstückelung der Lebensräume und mögliche Veränderungen bei "Zuflüssen und Flüssen, die wir mit den USA teilen," könnten zweifellos Folgen für die Falter haben, sagte del Mazo. Auf der bis zu 4500 Kilometer langen Reise benötigten die Monarchfalter Rückzugsorte und Wasserstellen. Zugleich sei es aber noch zu früh, um die möglichen Konsequenzen einer Mauer für die Populationen der Schmetterlinge zu messen. Die geflügelten Insekten überwintern vor allem in den Bundesstaaten México und Michoacán und hängen dort in riesigen Trauben in den Bäumen der Wälder. Das Spektakel lockt regelmäßig zahlreiche Naturfans an.

Baustopp nach deutschem Vorbild?

Umweltschützer und Menschenrechtler in den USA und in Mexiko könnten jetzt auf ein Verfahren nach deutschem Muster hoffen. In Hamburg wird nach einem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts die geplante neunte Elbvertiefung vorerst gestoppt, weil die obersten Verwaltungsrichter den Einwänden von Umweltverbänden Recht gegeben haben, die den Bestand des seltenen Schierlings-Wasserfenchel in Gefahr sehen. So lange keine weiteren Maßnahmen zum Schutz des Fenchels ergriffen werden, muss das Bauvorhaben ruhen.

Dass US-Richter bei Trumps Mauerprojekt in ähnlicher Weise urteilen, ist zwar recht unwahrscheinlich. Ein Gang vor Gericht wegen seltenen Schmetterlings könnte aber zumindest einen Tweet des impulsiven US-Präsidenten provozieren: "Lächerliche Richter stellen Schutz des Monarchfalters über die nationale Sicherheit. Schande. Es gibt nur einen Monarchen - und das bin ich."

la, dpa
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