Mittwoch, 13. November 2019

Triathlon Lukrativer Dreikampf - Triathlon wächst rasant

Triathlon: Lukrativer Dreikampf
DPA

Triathlon gilt als eine der am stärksten wachsenden Sportarten der Welt. Davon profitieren Veranstalter und Investoren. Auch in Deutschland legt die Ausdauersportart zu: Die Zahl der Events steigt wie die der teilnehmenden Sportler. Für die Industrie eine attraktive Zielgruppe.

Am 9. Juli 2017 ist es wieder so weit: In Frankfurt am Main kämpfen rund 60 Weltklasse-Athleten um den Titel des Triathlon-Europameisters auf der Langdistanz. In ihrem Windschatten gehen rund 2500 Hobby-Triathleten an den Start, um während der 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen eine persönliche Bestzeit zu erzielen oder einfach nur das Ziel zu erreichen.

Nach Überqueren der Ziellinie am Frankfurter Römer wird jeder Finisher vom Veranstalter zum "Ironman" gekürt. Die ultimative Belohnung für die entbehrungsreiche Tortur. Den Schnellsten jeder Altersklasse von 18 bis 80 Jahren winkt, in der Bankenmetropole wie bei den übrigen weltweit rund 40 Langstrecken-Events der Ironman-Serie, die Qualifikation für die legendäre Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii.

Für ambitionierte Hobby-Sportler ist die Hawaii-Qualifikation das absolute Ziel ihrer Träume. Für den Ironman-Besitzer, seit 2015 die chinesische Wanda Group, ist sie ein millionenschweres Faustpfand. Denn er hat damit die Macht über alle leidensfähige Triathleten auf der Welt, die einmal in ihrem Leben auf der Pazifikinsel starten wollen, und kann auf dem Weg dorthin Regeln und Preise bestimmen.

Doch egal ob in Frankfurt, auf Hawaii oder bei den großen Triathlon-Events anderer Organisatoren: Nur in ganz wenigen Sportarten kommen sich Weltklasse und Breitensport in einem Wettkampf so nahe wie im Triathlon. Das ist sicher ein Teil der Faszination, die diese Sportart ausübt, die global immer mehr Anhänger findet. Auf jedem Kontinent gibt es nach einer Analyse von Nielsen Sports inzwischen Länder, in denen sich fast jeder fünfte Einwohner für Triathlon interessiert - Tendenz steigend.

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Heft März 2019

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Aus dem einst belächelten Wettkampf von Ausdauerverrückten, der 1978 von Amateursportlern auf Hawaii erfunden wurde, ist für die Veranstalter der größten Triathlon-Events längst ein lukratives Geschäft mit einer elitären Masse geworden. In den USA, dem Mutterland des Triathlons und dem weiterhin wichtigsten Triathlonmarkt der Welt, finden jedes Jahr fast 5.000 Rennen mit über 180.000 Sportlern statt. Bei den Ironman-Rennen des kommerziell erfolgreichsten Veranstalters, der World Triathlon Corporation (WTC), nehmen auf der ganzen Welt jährlich über 200.000 Aktive an den mehr als 220 Rennen teil.

Über 600 Prozent Wertsteigerung

Gerade an der Entwicklung der Marke Ironman lässt sich die Erfolgsgeschichte der Sportart gut ablesen.

Vor zehn Jahren gab es noch weniger als 40 Ironman-Events. Seit 2011 gibt es zusätzlich zu der Lang- und Halbdistanz ("Ironman 70.3") mit dem "5150", der über die olympische Distanz ausgetragen wird, eine weitere Submarke. Diese wurde als Einstiegsplattform für Ausdauerathleten etabliert - auch um den Dreikampf für den Breitensport kompatibler zu machen. Die Rechnung ist einfach: Ausdauersportler, die sich zunächst über eine kürzere Strecke ausprobieren, sollen darüber vom Ironman-Fieber infiziert und an die Sportart herangeführt werden.

Der weltweite Triathlon-Boom hat dafür gesorgt, dass sich die Sportart für die wichtigsten Player der Szene zu einem veritablen Geschäft entwickelt hat. Erst im August 2015 wechselte die Kultmarke Ironman samt ihrem Veranstalter World Triathlon Corporation (WTC) den Besitzer. Die chinesische Wanda Group kaufte die Triathlon-Serie vom US-amerikanischen Investor Providence für 650 Millionen US-Dollar. Providence wiederum soll für das Unternehmen im September 2008 rund 85 Millionen US-Dollar bezahlt haben - eine Wertsteigerung von über 600 Prozent in weniger als sieben Jahren!

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