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Transrapid: Vom Hightech-Zug zum Versteigerungsobjekt

Foto: Friso Gentsch/ dpa

Industrierelikt Transrapid gefällig? Bund versteigert letzten Schwebezug

An alle, die viel Platz haben, wendet sich der Bund mit einem besonderen Angebot. Das Verkehrsministerium versteigert ein Vorserienmodell der letzten Transrapid-Baureihe. Schauen Sie hier.

Jahrzehntelang stand der Transrapid für die Mobilität der Zukunft - die in Deutschland aber nie Gegenwart wurde. Seit fast fünf Jahren fährt der Magnetschwebezug auch nicht mehr auf der Teststrecke im Emsland. Nun will sich der Bund eines weiteren Stücks des milliardenteuren Industrieprojekts entledigen: Derzeit lässt das Bundesverkehrsministerium den Transrapid der Baureihe 09 versteigern.

Am Dienstag und Mittwoch können Interessierte den Zug auf dem Testgelände in Niedersachsen besichtigen - allerdings nur sie, Presse und Rundfunk müssen draußen bleiben. Zugelassen sind nur Interessenten, die sich bis Mitte vergangener Woche angemeldet haben. Wer jetzt erst auf das Angebot aufmerksam geworden ist, kann zumindest den Besichtigungstermin nicht wahrnehmen. Gebote können allerdings noch bis zum 25. Oktober abgegeben werden .

Fürs Erste brauchen Interessenten vor allem genug Platz, möglicherweise reicht aber schon wenig Geld. Zumindest setzt das Verwertungsunternehmen des Bundes in der offiziellen Ausschreibung kein Mindestgebot fest (hier als PDF-Datei ). Interessenten müssen nicht auf den kompletten Zug bieten. Laut Ausschreibung können auch Teilsegmente des Transrapids ersteigert werden.

Bei dem Zug handelt es sich um ein Vorserienfahrzeug für die einst geplante Verbindung zwischen dem Münchner Flughafen und der Innenstadt. Es war das letzte ernsthaft verfolgte Projekt in Deutschland, das Aus kam im März 2008, nachdem sich drastische Kostensteigerungen abgezeichnet hatten. Seit Ende 2011 fährt der Transrapid auch nicht mehr auf der Teststrecke im Emsland. Dort hatte sich im September 2006 ein schwerer Unfallereignet, bei dem 23 Menschen starben und zehn weitere verletzt wurden. Derzeit ist der Transrapid nur in China im Einsatz. Dort verbindet die Magnetschwebebahn den Flughafen Pudong bei Shanghai mit dem Messezentrum.

Es ist allerdings unrealistisch, dass der zu versteigernde Zug irgendwo wieder fahren könnte. Interessenten sollen aus dem musealen Bereich, der Eventgastronomie oder der Veranstaltungsszene kommen. Auch die Samtgemeinde Lathen, in der die Teststrecke steht, denkt darüber nach, ein Transrapid-Museum einzurichten. Im Museum endeten auch die meisten Vorgänger des Transrapid 09. Die Züge der vorangehenden Baureihen stehen beispielsweise im Deutschen Museum in München oder in Technik-Museen in Speyer und Kassel.

fdi/dpa
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