Freitag, 21. Februar 2020

Globale Studie Welche Unternehmen feuern - und welche heuern?

Wachstumsmotoren: Die Top-Jobs für Arbeitnehmer
DPA

Welche Branchen stellen Arbeitskräfte ein, welche feuern Mitarbeiter? Eine Studie gibt einen Überblick - mit einer Überraschung bei einer vielgescholtenen Industrie.

Hamburg - Das eine Unternehmen macht Schlagzeilen, weil es sparen will, sich vielleicht sogar von Mitarbeitern trennen muss. RWE Börsen-Chart zeigen ist so ein Fall. Die anderen suchen nach neuen Kollegen, so wie Porsche Börsen-Chart zeigen. Wo also stehen wir wirklich - ist die Wirtschaft so schlecht, wie es RWEs Zustand glauben machen kann. Oder so gut, wie Porsches Suche es signalisiert?

Bestimmte Branchen boomen, sorgen auch an der Börse für Jubelstimmung wie die amerikanische IT-Industrie. Andere wie die Energiebranche ringen mit dem Umfeld, etwa den Folgen der Energiewende. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie der Personaldienstleistung Antal.

Die aufstrebenden Branchen stellen ihrzufolge ein, sogar kräftig. Die Sicherheitsindustrie gehört weltweit dazu, aber auch die Luxusbranche. Positionen in Rechtsabteilungen dagegen werden derzeit eher selten vergeben. Zumindest auf der globalen Bühne.

Pharmasektor in Deutschland will einstellen

In Deutschland sind es vor allem Unternehmen der Gesundheitsbranche, die Mitarbeiter suchen. So stellen 69 Prozent der Pharmaunternehmen Mitarbeiter ein, ebenso der Auto- oder Chemiesektor - 45 sowie 37 Prozent.

Zu denen, die derzeit entlassen, gehören der IT-Sektor, auch wenn der zuletzt durch den Börsengang von Rocket Internet so viel positive Aufmerksamkeit auf sich zog. Auch wenn es weltweit anders aussieht, 26 Prozent der IT-Unternehmen hierzulande trennen sich von Mitarbeitern. Auch Buchhaltungsunternehmen sparen - 17 Prozent setzen auf Entlassungen. Die darin dokumentierte Skepsis ist indes keine allein deutsche Erfindung.

In der Summe stellen derzeit 50 Prozent der Unternehmen hierzulande ein. Doch auch im gesamten Westeuropa sind es mit 51 Prozent nicht mehr. Im kommenden Quartal wollen 45 Prozent der westeuropäischen Unternehmen ihre Mitarbeiterzahlen aufstocken - in Deutschland sind es nur 35 Prozent. Global sind es 57 Prozent.

Vor allem sind es Banken, die im kommenden Quartal neue Mitarbeiter einstellen (91 Prozent) wollen. Zur gleichen Zeit sind es aber gerade auch Banken, die sich von Kollegen trennen - 25 Prozent. Es kommt eben darauf an, wo genau in der Bank gearbeitet wird. Risikoexperten sind gefragt, Investmentspezialisten eher nicht. Und vor allem "vielsprachige" Mitarbeiter werden gesucht, heißt es von Antal auf Nachfrage. Bilinguales sowie trilinguales Personal, um die internationale Arbeit auch europaweit verrichten zu können. Aber sehen Sie selbst:

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