Dienstag, 17. September 2019

Konzernspaltung und Stahlfusion abgesagt, Aktie gewinnt fast 20 Prozent Thyssenkrupp will 6000 Stellen streichen

Ruhrkonzern in Not: Die wichtigsten Akteure von Thyssenkrupp
Wolfgang Rattay/REUTERS

2. Teil: Aktien gewinnen in der Spitze fast 20 Prozent

Die Aktien von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen kannten nach der Nachricht nur einen Weg: nach oben. In der Spitze gewannen die Titel fast 20 Prozent. Allerdings hatten die Papiere in der Vergangenheit stark gelitten: Auf Jahressicht liegen die Aktien immer noch rund 49 Prozent im Minus.

Spekulationen über ein Aus der Stahlfusion wegen Bedenken der EU-Kommission kursieren schon länger. Die EU-Kommission hatte zuletzt die Prüffrist verlängert. Mit einer Entscheidung werde spätestens am 17 Juni gerechnet, hieß es Ende April. Die EU-Kommission wollte die Ankündigung von Thyssenkrupp am Freitag nicht kommentieren.

Die geplante Konzernaufspaltung in einen Industriegüter- und einen Werkstoffkonzern war das ureigene Projekt von Konzernchef Guido Kerkhoff, der seit knapp einem Jahr im Amt ist. Doch wegen des Kursverfalls der Thyssenkrupp-Aktie Börsen-Chart zeigen am Mittwoch sank der Kurs auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren - mache die Aufspaltung keinen Sinn mehr, zitierten die Nachrichtenagenturen Insider zuvor.

Denn das konjunkturanfällige Werkstoffgeschäft sollte finanziell abgesichert werden, indem es an dem profitableren Industriegüterkonzern eine Beteiligung hält. Je weniger Thyssenkrupp jedoch wert ist, desto höher müsste die Beteiligung des Werkstoffkonzerns sein.

Zudem wurden die Kosten der Aufspaltung im Konzern auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Auch deshalb stellte die neue Aufsichtsratschefin Martina Merz das Vorhaben nochmal auf den Prüfstand, wie Insider Reuters gesagt hatten.

Die noch von Kerkhoffs Vorgänger Heinrich Hiesinger geplante Fusion des Stahlgeschäfts mit dem Rivalen Tata Steel traf bei den europäischen Wettbewerbsbehörden auf Widerstand, die zahlreiche Bedenken anmeldeten. Inzwischen gehe man bei ThyssenKrupp nicht mehr davon aus, dass dieser Plan umgesetzt werden könne, sagten die Insider.

rei mit Nachrichtenagenturen

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