Donnerstag, 12. Dezember 2019

ThyssenKrupp Verkauf der Aufzugsparte an Finanzinvestoren wird konkreter

ThyssenKrupp: Der Testturm für neue Aufzugsysteme im Städtchen Rottweil ist längst eine Touristen-Attraktion. Auch Finanzinvestoren fühlen sich inzwischen von der Sparte angezogen
obs/ThyssenKrupp Elevator AG/Philipp Brem
ThyssenKrupp: Der Testturm für neue Aufzugsysteme im Städtchen Rottweil ist längst eine Touristen-Attraktion. Auch Finanzinvestoren fühlen sich inzwischen von der Sparte angezogen

Der kriselnde Industriekonzern Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen zieht auch einen Komplettverkauf der Aufzugssparte in Erwägung. Das Unternehmen habe "einen strukturierten Prozess für die Bewertung von Angeboten von strategischen Investoren und Finanzinvestoren eingeleitet", teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit.

Bereits im August hatte manager magazin berichtet, dass die Aufzugsparte auf großes Interesse von Finanzinvestoren stoße. Für Private-Equity-Gesellschaften sei der Fall eine einmalige Gelegenheit. Es sei längst klar, dass Finanzinvestoren dem Konzernchef Guido Kerkhoff ein Angebot unterbreiten würden, das er "vielleicht nachverhandeln, aber nicht ablehnen" könne.

Mit dem Schritt ändert Thyssenkrupp seine Pläne für den profitablen Geschäftsbereich deutlich, die Sparte gilt als Ertragsperle und wird deutlich höher bewertet als der Gesamtkonzern. Bisher war ein Teilbörsengang geplant. Die Aktien von Thyssenkrupp bauten ihre Gewinne zunächst deutlich aus, kam dann aber wieder etwas zurück auf ein Plus von zuletzt 3,11 Prozent.

Der Börsengang der Aufzugssparte werde weiter vorbereitet, hieß es bei Thyssenkrupp. Mit der Prüfung von Kaufangeboten wolle man sicherstellen, dass die Entscheidung über Börsengang oder Verkauf für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Kunden "nachhaltig und die beste ist". Interesse an einem Kauf der Aufzugssparte haben laut Kerkhoff eine Reihe von Investoren signalisiert. Auch der finnische Aufzugbauer Kone soll Medienberichten zufolge seine Fühler ausgestreckt haben.

Verkauf der Aufzugsparte: Was der Plan B für ThyssenKrupp bedeutet

Ein Börsengang oder Verkauf des lukrativen Aufzugsgeschäfts ist Teil des groß angelegten Umbau des Dax -Konzerns, der schon länger unter der Krise der Stahlbranche leidet. Den neuen Kernbereich soll das Werkstoffgeschäft gemeinsam mit der Stahlproduktion bilden, die ursprünglich durch eine Fusion mit Tata Steel Europa vom Hof gebracht werden sollte. Das Vorhaben war aber am Veto der Wettbewerbshüter gescheitert.

ThyssenKrupp muss Platz im Dax wohl für MTU räumen

Der starke Kursverfall im Sog der Stahlmarktschwäche dürfte Thyssenkrupp nun auch den Platz im deutschen Leitindex Dax gekostet haben. Die Entscheidung, die so von Index-Experten erwartet wird, wird auf Basis der Schlusskurse von Ende August getroffen und soll an diesem Mittwochabend mitgeteilt werden. Aller Voraussicht nach wird der Triebwerkshersteller MTU in den Dax nachrücken, aber auch der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen wurde als Außenseiter genannt

la/dpa

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