Montag, 30. März 2020

Corona-Sofortpaket und Sanierungsplan Thyssenkrupp streicht im Stahlgeschäft 3000 Stellen

Stahlarbeiter bei Thyssenkrupp: Der Konzern will bis 2026 3000 Stellen in der Sparte abbauen

Der angeschlagene Industriekonzern Thyssenkrupp will sein Stahlgeschäft durch den Abbau von 3000 Stellen sanieren. Betriebsbedingte Kündigungen sollten dabei vermieden werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Unternehmen hatte im Stahlbereich Ende vergangenen Jahres rund 28.000 Mitarbeiter.

Der Konzern einigte sich zudem mit der Gewerkschaft IG Metall auf einen bis Ende März 2026 laufenden Tarifvertrag und ein Sofortpaket zur Bewältigung der Corona-Krise.

Bis zu 2000 Stellen sollen den Angaben zufolge in den nächsten drei Jahren abgebaut werden. Weitere rund 1000 Stellen sollen bis 2026 wegfallen. Von den insgesamt rund 3000 Stellen entfallen nach Unternehmensangaben etwa 1000 auf die Verwaltung.

Konzern will Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufstocken

Das Corona-Sofortpaket sieht unter anderem bei Bedarf die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 80 Prozent vor. Zudem soll eine tariflich vereinbarte Sonderzahlung in freie Tage umgewandelt werden.

"Wir haben Probleme zu lange aufgeschoben und harte Entscheidungen gescheut", erklärte Vorstandsmitglied Klaus Keysberg. "Die Vereinbarungen geben uns Handlungsspielraum, damit der Stahl langfristig wettbewerbsfähig bleiben kann." Das Ergebnis des Segments soll sich signifikant und nachhaltig verbessern.

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Um das zu erreichen, will Thyssenkrupp im Stahlbereich trotz angespannter Kassenlage über die kommenden sechs Jahre insgesamt weitere 800 Millionen Euro oder umgerechnet durchschnittlich etwas mehr als 130 Millionen Euro investieren. Bisher hatte der Konzern geplant, jährlich rund 570 Millionen Euro.

Thyssenkrupp hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 304 Millionen Euro gemacht, rund fünf Mal so viel wie im Vorjahr.

rei/AFP/dpa

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