Montag, 21. Oktober 2019

Vorzeitiger Abschied des Vorstandschefs wird teuer Kerkhoff verlässt Thyssenkrupp mit Millionenabfindung

Auf rund 6 Millionen Euro soll sich die Abfindung für Guido Kerkhoff belaufen
picture alliance/dpa
Auf rund 6 Millionen Euro soll sich die Abfindung für Guido Kerkhoff belaufen

Der Wechsel an der Spitze ist beschlossen. Die bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Martina Merz löst Guido Kerkhoff am heutigen Dienstag an der Spitze des Vorstands von Thyssenkrupp ab, der Vertrag mit Kerkhoff werde vorzeitig und "einvernehmlich" aufgelöst, hatte der Aufsichtsrat am Montag mitgeteilt.

Kerkhoff hatte den Vorstandsvorsitz erst am 1. Oktober 2018 dauerhaft übernommen und einen Fünfjahresvertrag erhalten. Billig wird der vorzeitige Abschied des Managers für den Konzern nicht. Laut "Börsen-Zeitung" und "Handelsblatt" wird Thyssenkrupp ihm eine Abfindung von insgesamt rund 6 Millionen Euro zahlen.

Die Zeitungen berufen sich dabei auf Konzernkreise, offiziell bestätigt ist die Höhe der Abfindung nicht. Laut jüngstem Vergütungsbericht hatte Kerkhoff im letzten Geschäftsjahr 2017/18 tatsächlich ausgezahlt bekommen rund 2,582 Millionen Euro (siehe S. 25). Die Abfindungszahlungen sollen laut Vergütungsbericht auf zwei Jahresvergütungen begrenzt sein (S. 17).

Im Fall von Kerkhoff aber sei der Aufsichtsrat von dieser Regelung abgewichen. So soll in Kerkhoffs Vertrag zum einen niedergeschrieben sein, dass über eine mögliche Abfindung gesondert zu verhandeln sei. Zum anderen sei die maximale Abfindungshöhe in dem Kontrakt bei über sechs Millionen Euro gedeckelt, schreibt das "Handelsblatt".

Weil aber mit der Empfehlung des Präsidiums des Aufsichtsrats vor einer Woche, sich von Kerkhoff zu trennen, Ablauf und Ende der Verhandlungen im Vorhinein vorgegeben gewesen seien, wäre der Konzern an einer Auszahlung der vertraglich fixierten Maximalabfindung nicht mehr vorbeigekommen, heißt es.

Dem Vergütungsbericht zufolge hatte Kerkhoffs Vorgänger Heinrich Hiesinger, dessen Amtszeit im Juli 2018 endete, rund 4,555 Millionen Euro Abfindung erhalten.

rei

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