Donnerstag, 12. Dezember 2019

Aufsichtsrat stimmt Führungswechsel zu Martina Merz löst Kerkhoff an Thyssenkrupp-Spitze ab

Martina Merz übernimmt die Führung bei Thyssenkrupp

Der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp hat seine bisherige Vorsitzende Martina Merz zur neuen Vorstandschefin des kriselnden Mischkonzerns ernannt. Die frühere Bosch-Managerin trete für bis zu zwölf Monate die Nachfolge von Guido Kerkhoff an, teilte der Konzern am Montag mit. Der Aufsichtsrat habe sich mit dem bisherigen Vorstandsvorsitzenden Guido Kerkhoff auf die einvernehmliche Auflösung seines Vertrages geeinigt, teilte Thyssenkrupp am Montag mit.

Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff geht
Thilo Schmuelgen/REUTERS
Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff geht

Das Kontrollgremium folgte damit wie erwartet der Empfehlung des Präsidiums und des Personalausschusses. Diese hatten sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, Kerkhoff nach nur 14 Monaten den Posten wieder zu entziehen. Kerkhoff war zunehmend in die Kritik von Investoren geraten. Auch die im Unternehmen starke IG Metall war zuletzt von Kerkhoff abgerückt und hatte ihm mangelnde Erfolge bei der Sanierung von Thyssenkrupp vorgeworfen.

Thyssenkrupp steckt in der größten Krise seiner über 200-jährigen Geschichte. Der Konzern schreibt hohe Verluste, die Schulden steigen und die Aktie hat in den vergangenen Jahren stark an Wert verloren. Zuletzt musste das Unternehmen auch noch den deutschen Leitindex Dax verlassen und in den MDax absteigen.

(Lesen Sie hier das Porträt über Martina Merz ).

Merz gehörte erst seit Dezember 2018 dem Aufsichtsrat an und und war im Februar an dessen Spitze gerückt. Sie hatte angekündigt, den bisherigen Kurs zunächst fortzusetzen. Dazu gehört, die Geschäfte besser aufzustellen und die Kosten zu senken.


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Zudem können Beteiligungen verkauft werden und Partner ins Boot geholt werden. Die wichtigste Aufgabe hierbei ist der Verkauf oder Börsengang der lukrativen Aufzugssparte, deren Wert Experten auf zwölf bis 17 Milliarden Euro beziffert haben. An der Gewinnperle des Konzerns haben neben Konkurrenten wie Kone Insidern zufolge eine Reihe von Finanzinvestoren Interesse angemeldet.

rei/Reuters/dpa

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