Mittwoch, 27. Mai 2020

Gespräche über Zukunft von Thyssenkrupp Laschet hält deutsche Stahlindustrie für "systemrelevant"

Stahlarbeiter bei Thyssenkrupp: Die Branche geriet durch die Corona-Krise zusätzlich in Not.
Oliver Berg / DPA
Stahlarbeiter bei Thyssenkrupp: Die Branche geriet durch die Corona-Krise zusätzlich in Not.

Das Land Nordrhein-Westfalen führt keine Gespräche über eine Beteiligung am Industriekonzern Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen. Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag in Düsseldorf. Es gebe aber dauerhafte Gespräche mit allen Beteiligten über die Zukunft des Unternehmens.

Eine "Stahlindustrie in deutscher Hand" sei aus seiner Sicht "systemrelevant", betonte Laschet. Von Autozulieferern bis zur Windenergie seien Unternehmen auf Stahl angewiesen. Eine "Abhängigkeit von externen Kräften" wäre daher "schädlich für die Wirtschaft und den Mitteltand" in NRW.

Zuvor hatte die IG Metall auf eine Beteiligung des Staates an den deutschen Stahlhütten gedrängt. Die IG Metall sei für Gespräche der deutschen Stahlhersteller unter Beteiligung der Bundesregierung bereit, hatte IG Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" gesagt. Kerner ist auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssenkrupp.

Thyssenkrupp ist derzeit auf Partnersuche für seine Stahlbranche. Dabei gebe es keine Denkverbote, hatte Konzernchefin Merz am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Unternehmenskonzepts gesagt. Die Abgabe der Mehrheit an der traditionsreichen Stahlsparte des Konzerns sei ebenso wenig ausgeschlossen wie der Einstieg eines chinesischen Unternehmens. Die Arbeitnehmervertreter sind aber entschieden gegen die Abgabe der Mehrheit an der Stahlsparte.

la/dpa

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