Montag, 14. Oktober 2019

Schadenersatz, Insolvenzversicherung, Flugbetrieb bei Condor Neckermann und Öger stoppen Reiseverkauf - was deutsche Cook-Urlauber erwartet

Check-In-Schalter von Thomas Cook: Die deutschen Töchter Neckermann, Öger und Bucher Last Minute haben den Verkauf von Reisen eingestellt

Thomas-Cook-Urlaubern, die ihre Reise am heutigen Montag oder am Dienstag nicht antreten können, steht Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden zu. Daneben bekommen sie ihren Reisepreis zurückerstattet. Das erklärte Reiserechtlerin Sabine Fischer-Volk aus Berlin gegenüber dpa.

Reisenden, die bereits im Urlaub sind, riet sie, Kontakt zum Reiseleiter vor Ort zu halten. Thomas Cook selbst schrieb auf seiner Internetseite, dass man von Anrufen in den Call Centern absehen solle.

Der britische Touristikkonzern Thomas Cook hatte am Montagmorgen einen Insolvenzantrag gestellt. Die deutschen Veranstaltertöchter, zu denen Marken wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature gehören, haben den Verkauf von Reisen nach eigenen Angaben komplett gestoppt.

Man könne nicht gewährleisten, dass gebuchte Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September stattfinden, teilte die Thomas Cook GmbH am Morgen in Oberursel bei Frankfurt mit. "Das Unternehmen lotet derzeit letzte Optionen aus", hieß es weiter. Sollten diese Optionen scheitern, sehe sich die Geschäftsführung gezwungen, auch für die Thomas Cook GmbH und weitere Gesellschaften Insolvenz zu beantragen.

Im Falle einer Insolvenz auch der deutschen Töchter, greife zunächst die Insolvenzversicherung, so Fischer-Volk. Diese ist allerdings auf 110 Millionen Euro begrenzt, die ein Versicherer für ein Geschäftsjahr vorhalten muss. Angesichts der Größe von Thomas Cook sei nicht klar, ob das ausreiche, erklärte die Reiserechtlerin.

Condor fliegt weiter - darf aber keine Thomas-Cook-Kunden mehr zum Reiseziel bringen

Der Ferienflieger Condor, ein Tochterunternehmen von Thomas Cook, versicherte kurz nach Bekanntwerden der Insolvenzpläne, dass der Flugbetrieb weitergehe. "Wir führen den Flugbetrieb ganz regulär fort", sagte eine Sprecherin am Montagmorgen.

Allerdings darf Condor aus rechtlichen Gründen Urlauber, die bei der Gruppe Thomas Cook gebucht haben, am Montag und Dienstag nicht zu ihrem Reiseziel bringen. Betroffen sind Pauschalreisende von Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen, wie Condor am Montag mitteilte. Die Airline erklärte, Thomas Cook werde sich mit den Kunden "direkt in Verbindung setzen". Den Flugbetrieb will Condor aber aufrecht erhalten. Für Rückflüge gilt die Regelung nicht: Thomas-Cook-Reisende, die bereits ihre Reise angetreten haben, können damit rechnen, dass ihr Rückflug mit Condor auch durchgeführt wird.

la/dpa

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