Donnerstag, 5. Dezember 2019

Trotz Präsentationspanne und Kursrutsch 200.000 Bestellungen für Teslas neuen Cybertruck

Ford, GM und Rivian mit Tesla-Truck-Fightern: Gegen diese Konkurrenz fährt der Tesla-"Cybertruck" an
Ringo H.W. Chiu/AP/DPA

Trotz einer schwerwiegenden Panne bei der Präsentation des neuen "Cybertruck" hat Tesla Börsen-Chart zeigen bereits wenige Tage nach der Vorstellung 200.000 Bestellungen für seinen futuristisch anmutenden Elektro-Pickup erhalten. Das teilte Tesla -Chef Elon Musk am Sonntag auf Twitter mit. Am Vortag hatte er noch geschrieben, bislang seien 146.000 Bestellungen für den Cybertruck eingegangen. Die Interessenten müssen für die unverbindlichen Reservierungen 100 Dollar beziehungsweise Euro hinterlegen, die sie zurückbekommen können. Mit dem Produktionsbeginn für den Cybertruck wird für 2022 gerechnet.

Musk hatte den Wagen am Donnerstag in Los Angeles vorgestellt. Die Demonstration der Fenstersicherheit ging dabei gründlich schief: Das "Tesla-Panzerglas" zeigte Risse, als bei der Show eine Metallkugel dagegen geworfen wurde.

Auch Anleger zeigten sich von der Präsentation enttäuscht - was sowohl an der Panne bei der Präsentation wie auch an dem sehr eigenwilligen Design des Cybertruck liegen könnte. Die Aktie des Elektroautobauers gab am Freitag im US-Handel um knapp 7 Prozent nach und fiel von zuvor 360 auf auf 333 US-Dollar zurück.

Mitmischen im Pickup-Markt

Tesla will mit dem Cybertruck in den wichtigen Pickup-Markt amerikanischer Autokonzerne vorstoßen. Das Fahrzeug hat eine ungewöhnliche dreieckige Form, die eher an einen kantigen Tarnkappen-Kampfjet als einen klassischen Pickup erinnert. Die Karosserie ist nach Musks Angaben aus besonders hartem rostfreiem Stahl gefertigt. Der Wagen soll mehr als 1,7 Tonnen Gewicht auf der Ladefläche transportieren können und kommt in der Spitzenausführung in 2,9 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (knapp 100 km/h).

In einem Video bei der Präsentation demonstrierte Tesla, wie der Pickup schneller beschleunigt als ein Porsche 911. Auch ein Tauziehen mit dem aktuellen Pickup-Bestseller F-150 von Ford gewann der Cybertruck im Video. Den Startpreis setzte Tesla eher niedrig bei knapp 40.000 Dollar (rund 36.000 Euro) vor Steuern an.

In der Top-Ausführung mit drei Motoren und über 800 Kilometern Reichweite steigt der Preis aber schon auf knapp 70.000 Dollar. Die Standard-Version kommt aus dem Stand in 6,5 Sekunden auf 60 Meilen pro Stunde und hat eine Reichweite von gut 400 Kilometern mit einer Batterieladung.

Die schweren Wagen mit meist offener Ladefläche sind der zentrale Geldbringer für Ford Börsen-Chart zeigen, General Motors Börsen-Chart zeigen und Fiat Chrysler Automobiles Börsen-Chart zeigen in den USA. Das sei der Markt, den man angehen müsse, wenn man den Übergang zur Elektromobilität schaffen wolle, betonte Musk bei der Präsentation in der Nacht zum Freitag in Los Angeles.

Zugleich ist nicht davon auszugehen, dass der Tesla-Pickup bald auf die Straße kommt: Von der Vorstellung eines neuen Modells bis zur Serienfertigung vergehen üblicherweise mehrere Jahre. Mit einem Produktionsstart wird nicht vor Ende 2022 gerechnet. Aktuell bereitet die Firma die Markteinführung des Kompakt-SUV Model Y und eines Elektro-Sattelschleppers vor.

Tesla ist auch nicht der einzige Hersteller, der ein Auge auf das lukrative Marktsegment geworfen hat. So will die Firma Rivian im kommenden Jahr mit einem konventionell aussehenden Elektro-Pickup in die Produktion gehen - und auch Ford und General Motors wollen ihre Marktposition mit elektrifizierten Versionen ihrer Modelle verteidigen

la/afp

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