Samstag, 28. März 2020

"Extreme Ausweitung" bereitet Probleme Tesla verfehlt erneut sein Auslieferungsziel

Tesla: Mit der Produktion des Model X kam man nur schwer in die Gänge - aktuell hinkt der Elektroautobauer, der 2016 bis zu 90.000 Autos ausliefern will, bei der Auslieferung hinterher

Den US-Elektroautobauer Tesla plagen das zweite Quartal in Folge Probleme mit den Auslieferungen. In den abgelaufenen drei Monaten seien 14.370 Fahrzeuge an die Kunden geliefert worden, teilte der Konzern mit. Damit sei aber das Ziel von 17.000 Autos verfehlt worden.

Tesla erklärte, die "extreme" Ausweitung der Fahrzeugproduktion habe dazu geführt, dass das Unternehmen mit der Lieferung nicht hinterherkomme. Eine große Anzahl von Wagen sei zwar gefertigt, habe aber die Kunden noch nicht erreicht. Der Grund sei ein später Produktionsschub gewesen - fast die Hälfte der Fahrzeuge sei in den letzten vier Wochen des zweiten Quartals hergestellt worden. Deshalb seien 5150 Teslas noch auf dem Weg zu Kunden.

Die Produktion stieg im zweiten Quartal um 20 Prozent auf 18.345 Autos gegenüber dem Vorquartal. Für das zweite Halbjahr plant Tesla Börsen-Chart zeigen die Fertigung und Auslieferung von rund 50.000 Autos.

Tesla arbeitet daran, die Massen-Produktion des für Ende kommenden Jahres angekündigten günstigeren Wagens "Model 3" vorzubereiten. Das Unternehmen bekam binnen weniger Wochen mehr als 370 000 Vorbestellungen dafür. Nun soll der Ausstoß schon 2018 auf 500 000 Fahrzeuge pro Jahr hochgefahren werden, zwei Jahre früher als ursprünglich geplant. Für 2020 peilt Tesla-Chef Elon Musk die Marke von einer Million Autos pro Jahr an.

50.000 Autos im zweiten Halbjahr - und eine Million im Jahr 2020

Aktuell baut Tesla knapp 2000 Fahrzeuge pro Woche und in der zweiten Hälfte dieses Jahres sollen rund 50.000 Wagen hergestellt und ausgeliefert werden. Damit dürfte das Unternehmen am unteren Ende der eigenen Ankündigung von 80.000 bis 90.000 Autos angekommen. Im vergangenen Jahr waren es etwas über 50.000. Tesla kam mit der Produktion seines neuen SUV "Model X" nur schwer in die Gänge.

In der Branche wuchsen zuletzt die Zweifel, ob Tesla es schnell und reibungslos schafft, die stetig wachsende Nachfrage zu befriedigen. Bislang war der Konzern auf vergleichsweise teure Elektro-Sportwagen spezialisiert, will jetzt aber mit dem neuen und deutlich günstigeren "Model 3" in den Massenmarkt einsteigen

Zuletzt musste Tesla außerdem einige schlechte Nachrichten verdauen: So kam bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Tesla-Sportwagen ein Mensch ums Leben. Zudem stieß die Milliarden-Offerte für die Solarfirma SolarCity bei den Investoren nur auf mäßige Resonanz.

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la/reuters/dpa

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