US-Autobauer beschleunigt Rekordlauf an der Börse Tesla wertvoller als BMW

Der US-Autobauer stürmt an der Börse von einem Rekord zum nächsten. Inzwischen ist der Börsenwert von Tesla höher als der Börsenwert des deutschen Autobauers BMW.
Tesla Model 3: US-Banken warnen, doch Anleger bleiben im Kaufrausch

Tesla Model 3: US-Banken warnen, doch Anleger bleiben im Kaufrausch

Foto: HANDOUT/ REUTERS

Die Aktie des US-Autobauers Tesla  scheint derzeit nichts aufhalten zu können. Trotz der Warnungen verschiedener US-Banken vor zu hohen Erwartungen an Teslas Model 3 hat das Unternehmen seinen Rekordlauf an der Börse noch einmal beschleunigt. Am Mittwoch kletterte die Aktie von Tesla auf das Rekordhoch von 381 US-Dollar: Der Börsenwert des Unternehmens liegt damit über der Marke von 65 Milliarden Dollar.

Damit hat Tesla nach den US-Konkurrenten Ford und General Motors nun auch den deutschen Konkurrenten BMW  überholt - zumindest mit Blick auf den Börsenwert. Während BMW an der Börse mit umgerechnet rund 58 Milliarden US-Dollar bewertet wird, sind es bei Tesla aktuell rund 66 Milliarden Dollar.

Investoren wird angesichts des Tempos der Kursrally langsam unheimlich: Seit Jahresbeginn hat Tesla bereits 78 Prozent an Wert gewonnen und ist damit eine der erfolgreichsten Aktien an der Technologiebörse Nasdaq  . Allein binnen der vergangenen 4 Wochen waren es 18 Prozent und in den vergangenen 5 Tagen 6 Prozent - obwohl eine Studie von Goldman Sachs, die Parallelen zum Jahr 2000 zog und implizit vor einem Platzen der Tech-Blase warnte, zeitweise für einen kräftigen Rücksetzer im Tech-Sektor sorgte.

Doch an Tesla  tropfen derlei Warnungen derzeit ab, das Papier erreichte am Mittwoch erneut ein Rekordhoch. Anleger sind von einem durchschlagenden Erfolg des Model 3, das ab Juli in den USA ausgeliefert werden soll, offenbar überzeugt. Dabei bietet das Model 3 derzeit weniger Optionen an als der Trabi - und ein Erfolg des Model 3 dürfte auch zu Lasten des Luxusmodells Model S gehen.

Mit dem Model 3 will Tesla-Chef Elon Musk den Sprung zum Massenhersteller schaffen. Bereits 2018 will Tesla 500.000 Autos verkaufen - im Jahr 2016 waren es lediglich 84.000 Fahrzeuge gewesen. Elon Musk versteht es meisterhaft, Anleger mit immer neuen Ankündigungen - zum Beispiel dem Model Y - bei Laune zu halten.

US-Banken warnen vor überzogenen Erwartungen an das Model 3

Dabei hatten verschiedene US-Banken in den vergangenen Wochen vor zu hohen Erwartungen an Tesla gewarnt und die Aktie heruntergestuft. Goldman Sachs  zum Beispiel rät zum Verkauf von Tesla (Kurswerte anzeigen) -Aktien und setzte das Kursziel vor einigen Wochen auf 190 Dollar - das ist gerade mal halb so viel wie die aktuelle Bewertung.

Die Markteinführung des "Model 3" bleibe das wichtigste Ereignis für die Aktie des Elektroautobauers im Jahr 2017, schrieb Goldman-Sachs-Analyst David Tamberrino in einer Studie vom Montag. Die Bruttogewinnmargen dürfte sinken. Die durchschnittliche Markterwartung für das zweite Halbjahr erscheine viel zu hoch. Zudem dürfte der Verkauf des Model 3 zu Lasten des Absatzes des Model S gehen.

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Auch die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley senkten den Daumen über Tesla. Es sei immer schwerer vorstellbar, dass Tesla  der dominante Spieler im Markt für Elektroautos sei und dass das Unternehmen dabei auf lange Sicht eigenständig bleibe, erklärte Analyst Adam Jonas. Tesla werde künftig mit einem stärkeren Wettbewerb von IT-Unternehmen wie Apple oder vom Google-Konzern Alphabet rechnen müssen, weniger von Seiten der traditionellen Autobauer. Morgan Stanley geht davon aus, dass Tesla bis weit ins Jahr 2019 hinein Verluste schreiben wird.

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