Montag, 30. März 2020

Tesla-Chef empört Elon Musk beschimpft Bill Gates - weil der einen Porsche kauft

Bill Gates: Wie konnte er nur?

Die Kursrally der Tesla-Aktie hat Elon Musk in den vergangenen Monaten sehr viel reicher gemacht - aber nicht gelassener oder bescheidener. Wenn es darum geht, sich abfällig über andere Tech-Milliardäre zu äußern, spielt der Tesla-Chef gerne vorne mit. So beschimpfte Musk zum Beispiel Amazon-Chef Jeff Bezos als "Copycat" (König der Kopisten), weil Bezos es wagte, mit einem eigenen Satellitenprojekt Musks Firma SpaceX Konkurrenz zu machen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg bekam ebenfalls sein Fett weg: Zuckerberg verstehe nicht viel von künstlicher Intelligenz und den damit verbundenen Risiken, ließ Musk seine Twitter-Fangemeinde bereits im Jahr 2017 wissen.

Und nun nimmt sich Musk Microsoft-Gründer Bill Gates vor, der in Musks Augen einen unverzeihlichen Fehler gemacht hat.

Gates Sündenfall: Im Gespräch mit dem Youtube-Influencer Marques Brownlee lobte Gates den Einfluss von Tesla auf die weltweite Autoindustrie. Im Kampf gegen den Klimawandel sei es enorm wichtig, dass die Autobranche ihre Emissionen deutlich senke, sagte Gates laut einem Bericht der Wirtschafts-Nachrichtenagentur Bloomberg. Gates hob Tesla lobend hervor, weil der aggressiv wachsende Elektroautobauer ein Vorreiter und eine der treibenden Kräfte dieser Entwicklung sei. Der Erfolg von Tesla zwinge die weltweite Konkurrenz dazu, den Wandel zur Elektromobilität zu beschleunigen.

Porsche Taycan gekauft - Musk verliert die Fassung

Apropos Konkurrenz: Gates erwähnte in dem Gespräch auch, dass er jüngst einen Porsche Taycan gekauft habe. Und schlimmer noch: Der Elektro-Porsche sei "sehr, sehr cool", so Gates.

Hätte Gates doch nur geschwiegen. Als ein Tesla-Fanboy per Twitter seine tiefe Enttäuschung über Gates' Aussage zum Ausdruck brachte, schloss sich Musk mit einer persönlichen Kritik an Gates an: Seine Gespräche mit Gates seien "nicht sonderlich beeindruckend gewesen", ätzte Musk. Übersetzt: Der Microsoft-Gründer sei intellektuell ein kleines Licht und habe nicht die Kapazität, einen Großdenker wie Musk zu inspirieren. Vor diesem Hintergrund also fast schon verständlich, dass Gates Gefallen an einem Porsche finden kann. Mit seinem Freund-Feind-Denken und seiner Liebe zum Bashing Andersdenkender wandelt Musk auf den Spuren von Donald Trump - obwohl der jüngste Erfolgslauf von Tesla Börsen-Chart zeigen Grund genug wäre, etwas gelassener zu sein als der US-Präsident. Denn bleibt die Börsenbewertung von Tesla auf dem aktuell hohen Niveau, naht in wenigen Wochen der große Zahltag für Elon Musk.

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