Sonntag, 8. Dezember 2019

Erste Schiffsladungen angekommen "Autopilot" des Model 3 in Europa nach Stolperstart aktiviert

Tesla-Fans schlägt bei diesem Anblick das Herz höher: Doch diese Ladung Model 3 ist nicht für Europa bestimmt

Die erste Schiffsladung mit den ersehnten Tesla Model 3 hat Europa erreicht. Natürlich lief nicht alles glatt, kamen Kunden vergebens, um ihr ersehntes Stück gleich mitzunehmen. Auch der mit 5000 Euro bereits bezahlte Autopilot war zunächst deaktiviert. Jetzt aber ist das Assistenzsystem genehmigt und aktiviert, erklärt ein Tesla-Sprecher.

Lange schon warten Tesla-Fans in Europa auf das neue Model 3 - manche bereits länger als zwei Jahre. Die erste Schiffsladung mit den E-Autos hat den alten Kontinent nun am 5. Februar im belgischen Hafen Zeebrugge erreicht. Tesla-Fans waren eigens angereist, um das Ereignis festzuhalten und dann ihr Auto möglichst schnell in Empfang zu nehmen.

Daraus wurde in den meisten Fällen allerdings nichts. Denn ganz offensichtlich waren die Wagen für den Endkunden noch nicht zugänglich, wofür sich Tesla-Chef Elon Musk dann auch wortreich via Twitter entschuldigte (siehe unten). Die Autos sollten aber noch bis Ende der Woche den Hafen verlassen können, versprach er. Später sollen dann über Zeebrugge bis zu 3000 Wagen wöchentlich abgefertigt werden.

Manche Beobachter mutmaßen, dass Tesla auch in Europa die besagte "Auslieferungshölle" wie in den USA einholen könne, die kein Geringerer als Elon Musk selbst schon beklagt hatte.

Neben Auslieferungsverzögerungen durften viele der technikaffinen Tesla-Fans aber vor allem eines als misslich empfunden haben: Sie mussten auf den "Autopiloten" vorerst verzichten, denn die Funktion war deaktiviert, berichtete die "Los Angeles Times" am Donnerstagabend (Ortszeit). Das Fahrzeug habe zwar im Januar die Zulassung für den europäischen Markt erhalten. Offensichtlich galt dies aber noch nicht für das Assistenzsystem, für das Kunden rund 5000 Euro bezahlt haben.

"Derzeit ist der Autopilot nicht Teil der ursprünglichen Typgenehmigung des Tesla Model 3", zitierte die Zeitung Times Joke Willemsen, Sprecher der niederländischen Organisation RDW, die für das europäische Model-3-Genehmigungsverfahren zuständig ist.

Inzwischen liegt die Genehmigung vor und das Assistenzsystem ist aktiviert, erklärte Tesla-Sprecher Stefan Keuchel am Montag auf Nachfrage von manager-magazin.de.

Eine Anfrage der "Los Angeles Times", ob Kunden mit einer Entschädigung für das zeitweilig nicht aktivierte Assistenzsystem rechnen könnten oder den Kaufpreis für ihr Model 3 erstattet bekommen, hatte der Autobauer offen gelassen.

Das Assistenzsystem, das Tesla selbst noch als "Autopilot" bezeichnet und damit fälschlicherweise den Eindruck erweckt, das Auto sei selbstfahrend, ist umstritten. Es hält den Wagen nicht nur in der Spur, sondern regelt im Zusammenspiel mit einem Tempomat auch den Abstand zu anderen Fahrzeugen, hilft bei Spurwechseln, beziehungsweise kann Überholvorgänge einleiten.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Meldungen über Unfälle, bei denen das Assistenzsystem angeblich eingeschaltet gewesen sein soll, weshalb der "Autopilot" umstritten ist. Tesla betont und fordert allerdings immer wieder, dass der Fahrer auch bei eingeschaltetem Autopiloten jederzeit Herr der Lage sein muss und die Hände nicht länger vom Steuer lassen soll.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Text am Montag, 11. Februar, um 14.20 Uhr mit der Information ergänzt, dass die Genehmigung für den Autopiloten des Model 3 für Europa jetzt vorliegt und haben den Text entsprechend abgeändert.

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