Fusion mit Orange geplatzt Rekord-Kurssturz von Bouygues belastet Telekom-Branche

Von mm-newsdesk
Kurssturz von Bouygues: "Eine der letzten Chancen für eine Konsolidierung des französischen Telekom-Marktes nicht genutzt"

Kurssturz von Bouygues: "Eine der letzten Chancen für eine Konsolidierung des französischen Telekom-Marktes nicht genutzt"

Foto: AFP

Die geplatzte Fusion mit dem Konkurrenten Orange hat dem französischen Telekom-Anbieter Bouygues den größten Kurssturz der Firmengeschichte eingebrockt. Die Aktien von Bouygues fielen an der Pariser Börse um bis zu 18,2 Prozent auf ein 15-Monats-Tief von 28,73 Euro. Die Papiere von Orange - früher France Telecom - fielen zeitweise um sieben Prozent auf 14,32 Euro.

Die geplatzte Fusion wirkte für die gesamte Branche als Dämpfer. Am Montag Vormittag notierten die meisten europäischen Telekom-Konzerne, darunter auch die Deutsche Telekom, mit einem Kursabschlag.

Am Freitagabend hatten Orange und Bouygues ihre Verhandlungen für beendet erklärt mit der Begründung, man habe sich nicht einigen können. Damit bleibt auch der Versuch erfolglos, einen Strich unter den Preiskampf in der Branche zu ziehen, der den Renditen massiv zusetzt. Orange wollte mit Rückendeckung der französischen Regierung Bouygues für etwa zehn Milliarden Euro in bar und eigenen Aktien übernehmen.

"Aus unserer Sicht war dies eine der letzten Chancen für eine Konsolidierung des französischen Telekom-Marktes", schrieben die Analysten der Berenberg Bank in einem Kommentar. Der Wettbewerb bleibe hart, während die Firmen gleichzeitig vor hohen Ausgaben für den Ausbau des Glasfaser-Netzes stünden.

Im Sog von Bouygues und Orange verloren die französischen Konkurrenten Iliad und Numericable bis zu 14 Prozent. In Amsterdam brachen die Titel des Bouygues-Großaktionärs Altice um bis zu 18,5 Prozent ein - so stark wie noch nie.

la/dpa/reuters
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