Sonntag, 19. Januar 2020

Tech-Gipfel in New York Partner statt Gegner - auf diese Trump-Geschenke hoffen jetzt Apple, Google und Co

25 Big Shots an einem Tisch: Diese Tech-Größen kamen zu Trumps Gipfel
REUTERS

4. Teil: Trump versus Musk - vom Kritiker zum Berater

Ebenso wie bei Bezos war auch bei Elon Musk, dem visionären Chef des Elektrobauers Tesla und des Raumfahrtunternehmens SpaceX, über die Teilnahme bis zuletzt spekuliert worden. Auch Musk galt bisher nicht als Freund des republikanischen kommenden Präsidenten. Als der Silicon-Valley-Mann unmittelbar nach der Wahl eine Pressekonferenz gab, entschuldigte er sich zunächst zu Beginn der Veranstaltung bei aller Welt für die überraschende Entscheidung des amerikanischen Volkes, Trump zum Präsidenten zu wählen.

Am Mittwochabend jedoch saß offenbar ein anderer Musk am Tisch. Er freue sich darauf, seinen Fußabdruck als Hersteller in den USA zu vergrößern, sagte der Tesla-Chef gleich zu Beginn der Runde. Auch er traf sich im Anschluss noch mit Trump zu einem Vier-Augen-Gespräch, auf dem er, wie in US-Medien spekuliert wurde, möglicherweise versucht haben könnte, Trump zu einer Klima-freundlichen Politik zu überreden.

Zudem wurde Musk - gemeinsam mit Travis Kalanick, dem Vormann der Mitfahr-App Uber - ebenfalls am Mittwoch in den Kreis von Trumps Wirtschaftsberatern aufgenommen. Auch dies ein Signal an die Tech-Branche, die bislang demonstrativ bei der Zusammensetzung dieses Zirkels übergangen worden war.

Kurzum: Die künftige Regierung Trump will offenbar auch mit der Tech-Branche und dem Silicon Valley ihren Frieden schließen. Und das offensichtlich nachhaltig: Wie Trumps Team mitgeteilt hat, soll der Tech-Gipfel künftig möglicherweise vierteljährlich wiederholt werden.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Die Börse jedenfalls hat auch diese Zeichen erkannt. Nach der Wahl Trumps zogen zwar viele US-Aktien spontan an, weil Investoren offenbar an die Versprechungen von Wachstum und Investitionen seitens des kommenden Präsidenten glaubten. IT-Aktien wie jene von Apple, Google oder Amazon jedoch gerieten zunächst nicht zuletzt wegen der Reibereien im Wahlkampf unter Druck.

Das ist nun vorbei: Parallel zur Annäherung der Top-Leute aus dem Silicon Valley mit Donald Trump haben auch die Aktien der Tech-Konzerne zuletzt zum großen Teil deutlich zugelegt.

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung