Samstag, 7. Dezember 2019

Nach enttäuschendem Börsengang Teamviewer wächst rasant - Aktie erstmals über Ausgabekurs

TeamViewer-Zentrale in Göppingen, Baden-Württemberg: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um 95 Prozent auf 46 Millionen Euro
Sebastian Gollnow/dpa
TeamViewer-Zentrale in Göppingen, Baden-Württemberg: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um 95 Prozent auf 46 Millionen Euro

Der seit Ende September an der Börse notierte Softwarekonzern Teamviewer Börsen-Chart zeigen ist im dritten Quartal rasant gewachsen. Die in Rechnung gestellten Umsätze stiegen in den drei Monaten bis Ende September um 63 Prozent auf 83 Millionen Euro, wie das Technologieunternehmen am Montag in Göppingen mitteilte. Im laufenden Jahr peilt der Hersteller von Software zur Computer-Fernwartung und Videokonferenzen bei diesem Wert weiter ein Wachstum von 35 bis 39 Prozent auf 310 Millionen Euro bis 320 Millionen Euro an.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei im dritten Quartal um 95 Prozent auf 46 Millionen Euro geklettert. Auch für diesen Werte bestätigte Teamviewer die Prognose. Demnach soll der operative Gewinn auf 177 Millionen Euro bis 183 (2018: 121) Millionen Euro steigen. Unter dem Strich verdiente Teamviewer im dritten Quartal 14 Millionen Euro und damit 40 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Teamviewer hat im September mit einem Emissionsvolumen von gut 2,2 Milliarden Euro den größten deutschen Tech-Börsengang seit dem Platzen der Dot-Com-Blase hingelegt. Profiteur war dabei der Finanzinvestor Permira, der das Unternehmen 2014 für 870 Millionen Euro gekauft hatte. Er hält auch nach dem Börsengang noch rund 60 Prozent an dem zuletzt mit rund fünf Milliarden Euro bewerteten Unternehmen.

Aktie über Ausgabekurs

Für die Zeichner des Börsengangs war Teamviewer noch keine Erfolgsgeschichte. Die Aktie wurden am 25. September zum Preis von 26,25 Euro ausgegeben - und stiegen am ersten Handelstag bis auf 26,71 Euro. im Oktober ging es dann zweitweise um rund ein Fünftel bis auf 21,38 Euro nach unten. In den vergangenen Wochen konnte sich das Papier jedoch wieder erholen. Nach der Vorlage der Quartalszahlen stiegen die Aktien um mehr als 6 Prozent bis auf 27 Euro und notierten damit erstmals seit dem Börsengang wieder über dem Ausgabekurs.

Das Unternehmen gilt wegen seiner Bewertung als Kandidat für den MDax Börsen-Chart zeigen, dürfte aber bei der nächsten Index-Entscheidung im Dezember wegen des zu geringen Börsenumsatzes noch nicht in den Nebenwerte-Index einziehen. Stattdessen dürfte die Aktie in den SDax Börsen-Chart zeigen aufgenommen werden.

mg/dpa-afx

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