Dienstag, 25. Februar 2020

Entscheidung über Fusion mit Sprint naht T-Mobile US erhöht Umsatz und Gewinn

T-Mobile Chef John Legere (rechts), Nachfolger Mike Sievert: Sievert ersetzt Großverdiener Legere im Mai

Die USA entwickeln sich für die Deutsche Telekom immer mehr zum wichtigsten und profitabelsten Markt: Die Telekom-Tochter T-Mobile US hat im abgelaufenen Quartal eine Million neuer Kunden hinzugewonnen und damit Gewinn und Umsatz stärker gesteigert, als Analysten erwartet hatten.

T-Mobile US erzielte im vierten Quartal einen Gewinn von 751 Millionen Dollar nach 640 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss bekanntgab. Ohne Sonderposten lag der Gewinn bei 87 Cent je Aktie, während Analysten 83 Cent erwartet hatten. Die Aktie, die in den vergangenen Tagen bereits um knapp 10 Prozent zugelegt hatte, setzte ihre Klettertour am Freitag fort und notiert aktuell nur knapp unter ihrem Rekordhoch von 76,50 Euro.

Der Umsatz stieg auf 11,9 Milliarden Dollar, mehr als von Experten laut Refinitiv prognostiziert. T-Mobile wartet in einem Schlüssel-Prozess auf eine Entscheidung über das geplante Zusammengehen mit Sprint. US-Bundesstaaten hatten gegen die Pläne geklagt, weil sie höhere Preise und schlechtere Qualität befürchten.

66 Millionen Dollar im Jahr: John Legere geht im Mai

Die Gewinnsteigerung und die geplante Fusion dürften das Schlusskapitel im Wirken von John Legere als CEO von T-Mobile US sein. Der aktuelle COO Mike Sievert wird zum 1. Mai 2020 John Legere ablösen. Legere werde seinen Vertrag bis Ende April 2020 erfüllen und dann das Amt an den fürs Tagesgeschäft verantwortlichen Sievert übergeben, hatte T-Mobile im November 2019 mitgeteilt. manager magazin hatte bereits zuvor über den geplanten Chefwechsel berichtet.

Bei der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen war das Unbehagen über Legeres Machtfülle zuletzt gewachsen. Anstoß erregte auch seine Bezahlung: So kassierte Legere für das vergangene Jahr eine Gesamtvergütung von 66,5 Millionen Dollar (inklusive Boni und Aktienoptionen). Sievert (49), der nun Legere nachfolgen wird, gilt als Mastermind im Hintergrund. Er hat Legeres aggressive Expansionsstrategie mit entworfen. Vom Naturell gilt Sievert jedoch deutlich umgänglicher als sein Chef, dessen Rolle als T-Mobiles wichtigstes Marketingmaskottchen nicht zwingend nachbesetzt werden muss.

la/dpa/reuters

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung