Sonntag, 31. Mai 2020

Merger der Telekom-Tochter vollzogen T-Mobile und Sprint schließen Fusion ab

Chefwechsel: T-Mobile CEO John Legere übergibt schon heute an Mike Sievert
Stephen Brashear/AP Images
Chefwechsel: T-Mobile CEO John Legere übergibt schon heute an Mike Sievert

Früher als gedacht: Nach einer rund zweijährigen kartellrechtlichen Zitterpartie ist die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren US-Wettbewerber Sprint endlich in trockenen Tüchern. Die Unternehmen gaben am Mittwoch den offiziellen Abschluss des seit April 2018 geplanten Mega-Deals bekannt. Dadurch entsteht ein neues Schwergewicht im US-Mobilfunkmarkt, das die Jagd auf die Branchenführer Verizon und AT&T eröffnen will.

Gemeinsam bringen es T-Mobile und Sprint nach eigenen Angaben auf 140 Millionen Kunden und einen Börsenwert von rund 110 Milliarden Dollar.

Pläne der Telekom: Wie T-Mobile die Nummer 1 in den USA werden will

Die Fusion vereint die dritt- und viertgrößten US-Telefonanbieter, was von Anfang an für großen wettbewerbsrechtlichen Widerstand sorgte. Es kostete viel Zeit und große Zugeständnisse, bis das US-Justizministerium unter Auflagen zustimmte und die Branchenaufsicht FCC grünes Licht gab. Selbst danach klagte noch ein Bündnis von Bundesstaaten, das Jobverluste und Preiserhöhungen fürchtete. Im Dezember erst kam es New York zum Showdown vor Gericht, im Februar fiel dann das Urteil zugunsten von T-Mobile.

"Dies ist in herausfordernden Zeiten ein historischer Tag für die Deutsche Telekom", sagte Telekom-Chef Tim Höttges. An der neuen T-Mobile soll die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen 43 Prozent halten, der japanische Sprint-Großaktionär Softbank etwa 24 Prozent.

Die Fusion erfolgte über einen Aktientausch. Bei Ankündigung des Deals war das Aktienpaket, das Sprint-Aktionäre für ihre Anteile erhalten, gut 26 Milliarden Dollar wert, seitdem hat sich das Kursverhältnis aber verändert, so dass sie T-Mobile-Aktien im Wert von gut 31 Milliarden Dollar bekommen

Führen werde das neue Unternehmen Mike Sievert, teilte T-Mobile US am Mittwoch mit. Der bisherige T-Mobile-Chef John Legere werde bis zum Ende seiner Vertragslaufzeit Mitglied des Verwaltungsrates bleiben.

Die Aktien von T-Mobile werden weiterhin an der Nasdaq unter dem Kürzel "TMUS". Für die Deutsche Telekom sind die USA inzwischen der wichtigste Markt, T-Mobile steuert einen Großteil des Konzerngewinns bei.

"Ein Deal fürs Lehrbuch"

"Diese Fusion ist etwas Besonderes, ein Deal für's Lehrbuch und eine grandiose Chance für die Telekom", sagte Telekom-Chef Tim Höttges manager magazin. T-Mobile-CEO Mike Sievert ergänzte: "Wir bauen ein Netz, das die Welt nie zuvor gesehen hat. T-Mobile soll eine Marke sein, die von den Kunden geliebt wird. Heute noch mehr als jemals zuvor". Sievert kündigte zudem eine intensivere Zusammenarbeit mit der deutschen Mutter an: "Wir werden zusammen mit der Deutschen Telekom um globale Konzerne und Organisationen werben.", sagte Sievert.

Nach Aussagen von T-Mobile-CFO Braxton Carter will das Unternehmen Synergien in Höhe von sechs Milliarden Dollar im Jahr heben", wie Carter dem manager magazin sagte. So wolle er einen Großteil der anfallenden Kosten auffangen. "Es wird kein Geld aus Deutschland fließen", betonte Carter.

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