Samstag, 20. April 2019

Exporteinbruch der Schweizer Uhrenindustrie Warum die Uhrenbranche tiefer in die Krise rutscht

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Die Aktionäre der Schweizer Swatch-Group mussten noch nicht darben. An warmen und kalten Häppchen herrschte bei der Hauptversammlung vor zwei Wochen im Schweizerischen Grenchen noch kein Mangel. Doch bessert sich die aktuelle Wirtschaftslage der Branche nicht, dürfte der traditionelle "Apéro riche" demnächst deutlich schmaler ausfallen.

Die Branche befindet sich in einer der tiefsten Krisen ihrer Geschichte. Seit Jahresbeginn sind die Exporte der Branche um fast ein Zehntel (9,5 Prozent) eingebrochen, wie die Schweizer Zollbehörden am Dienstag mitteilten.

Dass die Lage ernst ist, ist nicht neu. Doch sie scheint sich weiter zu verschlimmern. Im April fiel das Minus bereits zum zweiten Mal in Folge sogar zweistellig aus. Nominal um satte 11 Prozent. Um Arbeitstage bereinigt sogar um 15 Prozent - real um mehr als 18 Prozent. Im März hatte das Minus den Angaben zufolge bereits bei 16 Prozent (real 21 Prozent) gelegen.

China gehört nicht mehr zu Top 3 Absatzmärkten

Während die USA mit einem minimalen Export-Plus einen kleinen Lichtblick boten, zeigten die Ausfuhren anderer wichtiger Märkte steil nach unten. In China betrug das Minus laut Verband der Schweizer Uhrenindustrie satte 36 Prozent, was das Land von Platz drei der wichtigsten Abnehmerländer auf Rang sechs katapultierte.

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