Gewinnrückgang Südzucker ringt mit Rübenbauern

Höhere Rohstoffpreise belasten das Ergebnis des Südzucker-Konzerns. Für die Haupteigner von Europas größtem Zuckerproduzenten halb so schlimm: Sie sind selbst Rübenbauern und kassieren das Rübengeld. Ab 2017 muss sich der Konzern auf weniger Marktschutz der EU einstellen.
Schlechte Ernte: Die Rübenpreise sind gestiegen

Schlechte Ernte: Die Rübenpreise sind gestiegen

Foto: Rainer Jensen/ picture-alliance/ dpa

Mannheim - Gestiegene Rohstoffpreise haben Europas größtem Zuckerproduzenten Südzucker das Ergebnis im ersten Quartal verhagelt. Der Umsatz stieg zwar zwischen März und Mai um 7,6 Prozent auf 2,03 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Doch das operative Ergebnis sank um 12,5 Prozent auf 230 Millionen Euro.

Grund waren vor allem die höheren Preise, die der Konzern den Bauern für die Zuckerrüben zahlen musste. Nach den Regeln der Europäischen Union müssen die Landwirte fair am Erfolg beteiligt werden. Wie der Konzern weiter erklärte, liegt das Minus auch daran, dass der Gewinn im Geschäftsjahr 2012/13 wegen eines steuerlichen Sondereffekts außerordentlich hoch war.

Der Vorstand bekräftigte für das Gesamtjahr die Prognose vom Mai, dass das operative Ergebnis voraussichtlich um 15 Prozent auf 825 Millionen Euro schrumpfen wird nach dem Anstieg um 30 Prozent im Vorjahr. Der Umsatz soll leicht steigen auf 8,0 Milliarden Euro.

Die Geschäftsvereinbarung mit den Bauern muss der Konzern in den kommenden Jahren neu aushandeln, wie ein Sprecher erläuterte. Das hängt damit zusammen, dass nach der kürzlich beschlossenen EU-Agrarreform die Produktionsbeschränkung, die so genannte Zuckerquote, und die Mindestpreise ab 2017 in Europa abgeschafft werden. Dann fallen auch Exportbeschränkungen weg, die die Welthandelsorganisation bisher wegen der Regulierung des europäischen Zuckermarktes verlangte. Der Südzucker-Konzern selbst gehört mehrheitlich Genossenschaften der Rübenbauern.

Auch fast alle anderen Südzucker-Töchter litten unter den Rohstoffkosten. Höhere Preise für Weizen oder Milch setzten den Spezialitäten zu. In diesem Geschäftsbereich fasst der Konzern beispielsweise Lebensmittelzutaten, Futtermittel, Stärke oder auch Tiefkühlkost wie Pizza zusammen. Die Sparte büßte mehr als ein Viertel ihres Gewinns ein. Zulegen konnte zwar die börsennotierte Bioethanol-Tochter Cropenergies, doch auch sie wurde von den Getreidepreisen gebremst. Cropenergies hatte bereits am Dienstag Quartalszahlen vorgelegt.

An der Börse kamen die Zahlen zunächst gut an, da die meisten Analysten mit einer schlechteren Entwicklung gerechnet hatten. Die Aktie  schoss kurz nach Handelsbeginn an die MDax-Spitze, büßte dann aber nach und nach an Wert ein. Gegen Mittag lag sie 4 Prozent im Minus und war damit schlechtester Wert im Index.

ak/rtr/dpa-afx

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