Donnerstag, 12. Dezember 2019

Post hält an Verkauf grundsätzlich fest Ex-Manager von Tesla und Ford sollen Streetscooter zu mehr Wachstum verhelfen

Streetscooter der Deutschen Post: Der Elektro-Lkw sorgt für hohe Verluste
Hendrik Schmidt/DPA
Streetscooter der Deutschen Post: Der Elektro-Lkw sorgt für hohe Verluste

Peter Bardenfleth-Hansen
Deutsche Post DHL
Peter Bardenfleth-Hansen

Ein bisheriger Manager des US-Elektroautobauers Tesla soll bei der Deutschen Post den Verkauf des defizitären Elektrolieferwagens Streetscooter ankurbeln. Peter Bardenfleth-Hansen ist bei der Post-Tochter Streetscooter GmbH seit Montag für das weitere Wachstum und den Aufbau der internationalen Vertriebsorganisation zuständig, teilte das Unternehmen in Aachen mit.

Als neuer Technik-Vorstand soll Ulrich Stuhec die Produktentwicklung inklusive autonomes Fahren vorantreiben. Stuhec wechselte von Ford zu Streetscooter.

"Ich bin davon überzeugt, dass wir mit Peter Bardenfleth-Hansen und Ulrich Stuhec die Weichen für ein erfolgreiches internationales Wachstum unserer Firma stellen werden", sagte StreetScooter-Chef Jörg Sommer.


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Ulrich Stuhec
Deutsche Post DHL
Ulrich Stuhec

Deutsche-Post-Vorstandschef Frank Appel erwartet für das Geschäft mit Elektrotransportern 2019 erneut einen deutlichen Verlust. "Ein signifikanter zweistelliger Millionenbetrag wird es auch dieses Jahr werden", sagte Appel zum voraussichtlichen Jahresergebnis der Tochter Streetscooter der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Das eigens entwickelte Lieferfahrzeug mit Elektroantrieb sei dennoch "eine tolle Erfolgsgeschichte für den Konzern". "Wir haben damit vor fünf Jahren angefangen, weil es kein Angebot aus der Industrie gab. Heute haben wir selbst 10.000 Streetscooter auf der Straße."

Die Post wolle aber kein Autohersteller werden, bekräftigte Appel. Deshalb spreche der Konzern mit potenziellen Partnern und mit Kaufinteressenten. Seit längerem erwägt die Konzernspitze daher einen Verkauf der Sparte oder eine Zusammenarbeit mit einer anderen Firma.

Peter Bardenfleth-Hansen war Teil des ersten europäischen Tesla-Teams und war maßgeblich daran beteiligt, das Unternehmen von einem kleinen Start-up zum globalen Schwergewicht in der Elektrofahrzeugproduktion zu formen. Insbesondere hat er eine Reihe von Schlüsselmärkten für Tesla erschlossen, darunter Norwegen, Japan und den Nahen Osten.

Der Ingenieur Ulrich Stuhec hat in global leitender Funktion unter anderem maßgeblich die Entwicklung selbsfahrender Fahrzeuge bei Ford in den USA mit vorangebracht. Insgesamt bringt er 25 Jahre Erfahrung in der Automobilentwicklung bei Ford in den USA und Brasilien sowie bei BMW in München mit. In verschiedenen Management-Positionen war er an der Entwicklung von zahlreichen Pkw und Trucks, SUVs und Nutzfahrzeugen für die Märkte in den USA, Europa, China, Indien, Brasilien und Russland beteiligt.

rei/la mit dpa

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