Mittwoch, 17. Juli 2019

Streckennetz-Sanierung Bahn plant bis zu 850 Baustellen pro Tag

ICE (bei der Einfahrt in den Frankfurter Hauptbahnhof): Monatelange Bauarbeiten stehen an

Baumarathon: Die Bahn startet im kommenden Jahr die bisher umfangreichste Sanierung ihres Streckennetzes. Laut "Spiegel" warten auf Reisende bis zu 850 Baustellen täglich - mit regionalen Schwerpunkten.

Hamburg - Bahn-Fahrer müssen in den kommenden Jahren noch mehr Geduld mitbringen. Weil der Konzern 2015 die bislang umfangreichste Modernisierung seines Netzes startet, soll es laut "Spiegel" bis zu 850 Baustellen am Tag geben – deutlich mehr als derzeit.

Bis 2019 will die Bahn 28 Milliarden Euro für die Sanierung ausgeben. Unter anderem wird in den kommenden fünf Jahren mehr als ein Viertel der insgesamt rund 33.000 langen Kilometer Gleisstrecke erneuert.

Im nächsten Jahr muss vor allem Berlin mit Einschränkungen rechnen. So wird die Nord-Süd-Verbindung der S-Bahn von Mitte Januar bis Anfang Mai 2015 gesperrt, im Sommer folgt eine dreimonatige Schließung der Ost-West-Tangente für Regional- und Fernzüge.

Auch auf anderen wichtigen Strecken, etwa zwischen Hamburg und Hannover, Köln und Frankfurt sowie München und Ingolstadt, stehen teils monatelange Bauarbeiten an. "Wir tun alles dafür, dass die Einschränkungen so gering wie möglich sind und unsere Fahrgäste rechtzeitig informiert werden", sagt Volker Kefer, Infrastruktur-Vorstand der Bahn.

Hintergrund des bevorstehenden Baumarathons ist die neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Bahn. Statt rund 4 Milliarden Euro jährlich stehen künftig gut 5,5 Milliarden Euro pro Jahr für die Instandhaltung des Netzes zur Verfügung. Bund und Bahn hoffen, das Angebot des Konzerns mithilfe der Milliardeninvestitionen deutlich zu verbessern. Vor allem der Fernverkehr leidet unter häufiger Unpünktlichkeit und der zunehmenden Konkurrenz durch Fernbusse.

ts/Spiegel

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