Angst vor Coronavirus Starbucks und Fastfood-Ketten schließen Tausende Filialen in China

Starbucks in Shanghai: Mehr als die Hälfte ihrer Filialen hat die weltgrößte Kaffeekette in China auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Starbucks in Shanghai: Mehr als die Hälfte ihrer Filialen hat die weltgrößte Kaffeekette in China auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Foto: AFP

Die Ausbreitung des Coronavirus fordert Unternehmen in China immer stärker heraus. Die Kaffeekette Starbucks hat mehr als die Hälfte seiner 4300 Filialen in China auf unbestimmte Zeit geschlossen, berichtet die "Financial Times"  (€). Außerhalb der USA ist China der größte Markt für die Kaffeekette. Ebenfalls in der Nacht zu Mittwoch hatte Apple  in einer Telefonkonferenz von Problemen in seiner Lieferkette im Reich der Mitte gesprochen. Ein Großteil der iPhones wird dort produziert.

Während Apple ob der Unsicherheit des Coronavirus eine ungewöhnliche breite Spanne für seine Umsatzprognose für das laufende Quartal angab, verzichtete Starbucks-Finanzvorstand Patrick Grismer in einer Analysten-Telefonkonferenz auf eine neue Prognose. Dabei hatte der US-Konzern nach einem starken ersten Quartal eigentlich den Umsatzausblick anheben wollen, berichtet die FT.

Stattdessen warnte das Management dem Bericht zufolge davor, dass die Ergebnisse sowohl für das laufende Quartal als auch für das Gesamtjahr "wesentlich" beeinflusst werden könnten, obwohl die Auswirkungen des Virus wahrscheinlich nicht vor März besser zu quantifizieren seien.

Auch KFC, Pizza Hut und McDonald's haben etliche Filialen geschlossen

Die Unsicherheit über die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen des SARS-ähnlichen Virus beunruhigen zusehends die Wall Street. Lebensmittel- und Getränkeunternehmen wie Starbucks gelten aktuell zu den am stärksten betroffenen Branchen. So haben laut "FT" auch die Schnellimbisskette KFC, Pizza Hut und McDonald's etliche Filialen im Reich der Mitte geschlossen. McDonald's dürfte am Mittwoch bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen weitere Einzelheiten bekannt geben.

Starbucks-Chef Kevin Johnson versuchte im Analysten-Call zugleich die Sorgen etwas zu zerstreuen. Er bezeichnete den virusbedingten Geschäftsausfall als vorübergehend und versicherte, Starbucks bleibe "der langfristigen Chance" im Land verpflichtet.

Starkes Wachstum in China im vergangenen Jahr

Starbucks verfolgt in China eine aggressive Wachstumsstrategie und hat allein im vergangenen Jahr mehr als 600 neue Filialen eröffnet, ein Plus von 16 Prozent. Die Erlöse im China stiegen den Angaben zufolge um 13 Prozent auf 745 Millionen Dollar. Die Anzahl der Starbucks-Filialen in den USA kletterte laut FT um 3 Prozent auf rund 15.200. Die Umsätze dort betragen noch ein Vielfaches vom Geschäft in China.

Aktien von Starbucks  haben seit vergangenem Donnerstag mehr als 5 Prozent verloren und rutschten am Dienstag nachbörslich weiter ab - obwohl sich die Geschäfte in den vergangenen drei Monaten sehr gut für die weltgrößte Kaffeekette liefen:

So konnte Starbucks im abgelaufenen Quartal den Nettogewinn um 16 Prozent auf 886 Millionen Dollar (804 Millionen Euro) steigern und übertraf die Analysten-Erwartungen deutlich. Die Umsätze stiegen um 7 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar.

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