Freitag, 6. Dezember 2019

Unruhe bei MDax-Konzern Rabaukenfonds Elliott steigt bei Stada ein

Wie attraktiv ist Stada?
Wolfram Steinberg / picture alliance
Wie attraktiv ist Stada?

Der aktivistische Hedgefonds Elliott des umtriebigen Investors Paul Singer schaltet sich Kreisen zufolge in das Übernahmegerangel um den Pharmahersteller Stada (Grippostad, Ladival) ein. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtete, hat Elliott bereits Stada-Anteile gekauft. Die Beteiligung belaufe sich inzwischen auf über 5 Prozent und muss daher öffentlich gemacht werden. Dies soll Bloomberg zufolge in Kürze geschehen.

Der Einstieg des prominenten Hedgefonds könnte die Führung des MDax-Konzerns weiter verkomplizieren. Erst zu Beginn der Woche waren der Vorstandschef und sein Finanzvorstand mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zurückgetreten.

Nach Informationen der Agentur hat Elliott in der vergangenen Woche damit begonnen, Stada-Aktien zu erwerben, nachdem die Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven gescheitert war. Das Investorenduo hatte die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent knapp verfehlt.

Den Kreisen zufolge schwebt Elliott vor, seine Aktien einem interessierten Konsortium anzubieten, sollte ein neuer Übernahmeversuch gestartet werden. Das könnten sowohl Bain und Cinven sein, die angeblich bereits einen erneuten Anlauf planen sollen, als auch Advent und Permira, die in der ersten Runde ausgestochen worden waren.

E

lliott schaltet sich nicht zum ersten Mal in einen Übernahmevorgang in Deutschland ein. Investoren wie Singer kaufen sich oftmals bei Unternehmen ein, die vor einer Übernahme stehen. Dies war beispielsweise bei dem 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions so, beim Pharmagroßhändler Celesio, dem Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori, bei Kabel Deutschland oder auch dem Kranbauer Demag Cranes.

Zuletzt hatte Elliott durch seine scharfe Auseinandersetzung mit dem Vorstandschef Arconic für Aufsehen gesorgt, dem ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld.

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