Montag, 19. August 2019

Springer Digitalgeschäft stützt

Setzt voll aufs Digital-Geschäft: Springer-Chef Mathias Döpfner

Springer steckt den Einbruch im Printgeschäft überraschend gut weg. Zuwächse im digitalen Geschäft machten die Investitionen in den Umbau des gesamten Printbereichs und rückläufige Auflagen im zweiten Quartal fast wett. Und Konzernchef Döpfner plant offenbar bereits den nächsten Coup.

Berlin - Der Medienkonzern Axel Springer steckt den Einbruch im Printgeschäft überraschend gut weg. Zuwächse im digitalen Geschäft machten die Investitionen in den Umbau des gesamten Printbereichs und rückläufige Auflagen im zweiten Quartal fast wett. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel um 0,4 Prozent auf 171,6 Millionen Euro, wie der "Bild"-Herausgeber am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Die Aktie stieg zu Handelsbeginn um 1,2 Prozent und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex MDax Börsen-Chart zeigen .

Die digitalen Medien, zu denen die Online-Anzeigenportale Immonet und Seloger sowie die Vermarktungsplattform Zanox gehören, lieferten die höchsten Beiträge zu Umsatz und Ergebnis. Angesichts der sinkenden Einnahmen mit Printprodukten konzentriert sich Springer seit Jahren immer stärker auf seine breitgefächerten Geschäfte im Netz. Mit dem Verkauf traditioneller Springer-Blätter an die Essener Funke Gruppe beschleunigt der Konzern diese Strategie nun noch einmal.

Zweistelliger Einbruch bei Zeitungserlösen

Im zweiten Quartal brachen die Erlöse der nationalen Zeitungen um fast 12 Prozent ein. Wegen höherer Einnahmen im digitalen Bereich stand am Ende konzernweit nur ein Umsatzminus von 0,9 Prozent auf 823,7 Millionen Euro zu. Analysten hatten im Schnitt mit schwächeren Zahlen gerechnet. Der Konzern mit rund 14.600 Mitarbeitern bestätigte, er rechne für das Gesamtjahr mit einem Rückgang des Ergebnisses im einstelligen Prozentbereich. Der Umsatz soll weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen.

Springer Börsen-Chart zeigen will sich für 920 Millionen Euro von traditionsreichen Blättern wie der "Berliner Morgenpost", dem "Hamburger Abendblatt" und der "Hörzu" trennen. Springer-Chef Mathias Döpfner verteidigte den Schritt, der deutschlandweit für viele Schlagzeilen sorgte: "Ich bin mir sehr sicher, dass wir dadurch mehr zur Zukunftssicherung des Journalismus beigetragen haben, als diejenigen, die in diesen Tagen so lautstark das Ende des Verlegertums beklagen."

Springer will den neuen Spielraum nutzen, um sein Geschäft noch stärker ins Internet zu verlagern. Kreisen zufolge hat das Unternehmen zusammen mit dem US-Finanzinvestor General Atlantic ein Gebot für die Internet-Anzeigengruppe Scout24 der Deutschen Telekom abgegeben. Die Scout-Gruppe, zu der die Anzeigenseiten Immoscout24 und Autoscout24 gehören, soll dabei mit 1,5 Milliarden Euro bewertet worden sein.

mihec/rtr

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