Nach dem erfolgreichen Falcon-Heavy-Start So stark sind Elon Musks Raketen im Vergleich

"Hoffentlich schaffen wir es, dass die Öffentlichkeit wieder fasziniert von der Raumfahrt ist." Zumindest kurzfristig hat Elon Musk das Ziel, das er kurz vor dem Start seiner neuesten Rakete ausgab , erreicht: Millionen Menschen haben seit vergangenem Dienstag den erfolgreichen Erstflug der Falcon-Heavy-Rakete gesehen - und Millionen weitere live verfolgt, wie der rote Sportwagen, den sie ins All geschossen hat, langsam um die Erde drehte.

"Ich hatte das Bild einer gigantischen Explosion auf der Plattform im Kopf - Sie wissen schon, wo aus den Trümmern ein einzelnes Rad die Straße runterrollt und das Logo irgendwo mit einem Knall aufschlägt", sagte Musk am Dienstag nach dem Testflug. "Erfreulicherweise ist das nicht passiert." Die Mission sei (abgesehen von der Landung der zentralen Einheit) so gut gelaufen, wie man es sich nur habe wünschen können - "das war das Aufregendste, was ich jemals gesehen habe."

Ein roter Roadster im Weltraum - der Falcon-Heavy-Start im Video

Reuters

Wie die Grafik zeigt, die Statista  für manager-magazin.de erstellt hat, übertrifft die mögliche Nutzlast der Falcon-Heavy-Rakete alle anderen aktuell fliegenden Raketen bei weitem: 63,8 Tonnen soll Musks neuestes Raumschiff in einen erdnahen Orbit ("low earth orbit", LEO) bringen können; ihre kleine Schwester, die Falcon 9, ist für eine maximale LEO-Nutzlast von knapp 23 Tonnen ausgelegt.

In dieser Liga spielt auch die europäische Ariane-Rakete, die vom Weltraumbahnhof Kourou in Guyana startet. Die hier startenden Soyus-Raketen aus russischer Produktion bringen knapp 5 Tonnen Material ins All.

Die aktuell stärkste Rakete mag die Falcon Heavy also sein, von der stärksten aller Zeiten ist sie allerdings noch ein ganzes Stück entfernt: Die Saturn-V-Rakete, die etwa die Apollo-11-Astronauten im Jahr 1969 zum Mond brachte, konnte bis zu 140 Tonnen Material in einen erdnahen Orbit bringen. Zumindest örtlich trennt die beiden Gefährte allerdings wenig: Falcon Heavy ist am Dienstag von Lauchpad 39A des Kennedy Space Center in Florida gestartet - hier begann auch die Reise von Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins zum Mond.

Diese Raketen könnten die Falcon Heavy bald übertreffen

"Viel Glück SpaceX für den Falcon-Heavy-Launch morgen - ich hoffe auf einen schönen, symbolträchtigen Flug." Allzu feurig scheint die Konkurrenz zwischen den beiden milliardenschweren Raumfahrtunternehmern der USA noch nicht zu sein, zumindest meldete sich Jeff Bezos noch am Montag via Twitter mit guten Wünschen für den Falcon-Heavy-Start zu Wort. Bezos zieht es allerdings auch selbst in die Sterne: Sein Unternehmen Blue Origin arbeitet ebenfalls an wiederverwertbaren Raketen.

Für das Jahr 2020 erwartet die Branche den Erstflug der Blue-Origin-Rakete "New Glenn" - sie soll bis zu 45 Tonnen in einen erdnahen Orbit schießen können. 2020 möchte auch die NASA das "Space Launch System" (SLS) debütieren, das das 2011 beendete Space-Shuttle-Programm ersetzen soll. Je nach Konfiguration soll das SLS 70 oder 130 Tonnen transportieren können. Über 120 Tonnen peilen auch China und Russland an - deren neue Raketen "Langer Marsch 9" und "Energia-5V" werden allerdings erst Ende des Jahrzehnts erwartet.

Für SpaceX selbst ist die Falcon Heavy noch nicht das Ende der angepeilten Fahnenstange: Um Elon Musks erdachte Entdeckungs- und schließlich Kolonisierungsmissionen zum Mars durchführen zu können, arbeitet das Unternehmen bereits an einer Rakete mit dem Codenamen "BFR": B steht für Big, R für Rocket, F entweder für Falcon oder aber ein beliebtes amerikanisches Schimpfwort. Die BFR soll, so Tesla, irgendwann Falcon 9, Falcon Heavy und die Dragon-Kapseln des Unternehmens ablösen - und bei der Nutzlast in einer Liga mit dem bisherigen Spitzenreiter Saturn V spielen.

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