Hacker erbeuten James-Bond-Drehbuch Sony will US-Medien Maulkorb verpassen

Angesichts pikanter Berichte über Sony-Interna droht der Konzern mehreren US-Medien mit rechtlichen Schritten. Hacker haben derweil auch das Drehbuch zum neuen James-Bond-Film gestohlen - die Produktionsfirma fürchtet eine Veröffentlichung.
James-Bond-Darsteller Daniel Craig: Die Produktionsfirma fürchtet eine Veröffentlichung des Drehbuchs

James-Bond-Darsteller Daniel Craig: Die Produktionsfirma fürchtet eine Veröffentlichung des Drehbuchs

Foto: © Stefan Wermuth / Reuters/ REUTERS

San Francisco - Bei dem Hacker-Angriff auf Sony  ist eine "frühe Version" des Drehbuchs für den neuen James-Bond-Film gestohlen worden. Die Produzenten des Streifens "Spectre", die Firma Eon Productions, teilten auf ihrer Website mit, die frühe Drehbuchfassung sei unter den Sony-Dokumenten, zu denen sich Hacker kürzlich Zugang verschafft hatten. Die Firma äußerte sich besorgt, dass der Inhalt öffentlich gemacht werden könnte.

An der Börse in Tokio büßten Sony-Aktien rund 3,5 Prozent ein.

Vor zwei Wochen hatten die Produzenten erste, fein dosierte Details zum neuen Film um den Geheimagenten 007 bekanntgegeben, der Ende 2015 ins Kino kommt. Hauptdarsteller Daniel Craig wird darin zusammen mit Monica Belluci und Léa Seydoux zu sehen sein. Die Dreharbeiten finden zum Teil in Rom statt.

Fotostrecke

James-Bond-Filme are forever: Alle 007-Streifen im großen Überblick

Foto: BEN STANSALL/ AFP

Hacker hatten sich Ende November Zugang zum Computersystem der Firma Sony Pictures Entertainment verschafft und die Inhalte von E-Mails und Dokumenten veröffentlicht. Insgesamt sollen Informationen über 47.000 Personen in den gehackten Dokumenten stehen. Neben Mitarbeitergehältern kamen durch den Hacker-Angriff auch peinliche Äußerungen ans Licht.

So hatte der Produzent Scott Rudin Hollywoodstar Angelina Jolie in einer E-Mail als "untalentierte, verzogene Göre" bezeichnet. Außerdem gab es zwischen Rudin und Sony-Pictures-Vizechefin Amy Pascal einen E-Mail-Austausch, in dem rassistische Äußerungen über US-Präsident Barack Obama standen. Beide entschuldigten sich.

Sony droht US-Medien

Mit juristischen Drohungen will Sony nun die Flut von Enthüllungen stoppen. Mehrere US-Medien erhielten einen Brief von einem Anwalt des Film-Konzerns mit der Aufforderung, keine weiteren Berichte aus dem Material zu veröffentlichen.

Außerdem sollen sie die Kopien in ihrem Besitz löschen, wie aus einer vom Technologieblog "Recode" veröffentlichten Version des Briefs hervorgeht. Bei weiteren Berichten werde Sony Pictures die Medien für eventuelle Verluste oder Schäden durch die Veröffentlichungen haftbar machen, hieß es dort. Auch die "New York Times" und der "Hollywood Reporter" hätten ähnliche Briefe bekommen.

Fotostrecke

Neues Bond-Mobil: Aston Martin für 007

Foto: BEN STANSALL/ AFP
ts/afp/dpa-afx
Mehr lesen über